Der Betrug mit gestrecktem Proteinpulver - Amino Spiking - Gannikus.de

Der Betrug mit gestrecktem Proteinpulver – Amino Spiking

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Ist dein Protein wirklich Protein? Amino Spiking und was hinter diesem Begriff steckt

Wenn du schon eine ganze Weile in der Fitness Szene aktiv bist und schon die ein oder andere Dose Whey Protein gekauft hast, dann sticht dir ein Widerspruch ins Auge: Während sich einige Hersteller darüber beklagen, dass die Preise für Rohstoffe wie das WPC 80 oder das WPI ständig gestiegen sind, sind die Preise für Whey Protein Produkte gesunken. 

Um diese hohen Kosten zu bekämpfen und ordentliche Gewinnmargen für Whey Proteine zu schaffen, haben einige Supplement Hersteller einen Weg gefunden, wie sie ihre Gewinne maximieren können – auf eine völlig legale Art und Weise.

Die einzigen Opfer? Du und ich, die treuen Kunden und Konsumenten.

In diesem Artikel werden wir erklären, was diese Unternehmen machen, warum es legal ist und vor allem: Wie man es vermeidet, diesem Betrug auf den Leim zu gehen. Wir klären auf zum Thema „Amino Spiking“.


Taurin… Glycin… was machen die in meinem Protein Shake?

Zusammen mit diesen Preissteigerungen hast Du eventuell auch bemerkt, dass sich in letzter Zeit ein paar neue Zutaten in Deinem Proteinpulver eingeschlichen haben – insbesondere Taurin, Glycin und noch weitere.

Was ist also das Problem hierbei? Taurin ist schließlich kein schlechter Inhaltsstoff. Es ist eigentlich sehr nützlich und definitiv auf keinen Fall gefährlich.

Aber was, wenn ich Dir sagen würde, dass „25 Gramm Eiweiß pro Portion“ in Wirklichkeit nur 20 Gramm tatsächliches Nahrungsprotein und der Rest 5 Gramm andere Aminosäuren mit deutlich weniger Vorteilen sind?

Taurin und Glycin Moleküle – diese Stickstoffbindungen bereiten uns einige Probleme. Lies weiter, wenn Du verstehen willst, warum!

Taurin und Glycin kommen auf natürliche Weise im Protein vor, einige skrupellose Unternehmen jedoch fügen auf legalem Wege noch mehr davon hinzu, um die Proteinbilanz aufzufüllen bzw. den Proteingehalt deines Whey Pulvers künstlich nach oben zu pushen. Dabei geben sie Dir weniger von dem, was du willst und mehr von dem, was Du nicht brauchst. Genau das nennt man „Amino Spiking“.

„Nicht in meinem Proteinpulver“… richtig? Schließlich steht auf Deinem Proteineimer 25 Gramm pro Portion direkt auf dem Etikett. Das ist ein Hauptprodukt eines großen namenhaften Unternehmens – die können uns nicht so belügen und damit einfach davonkommen. Sie sind cGMP zertifiziert und die Zahlen auf den Verpackungen werden durch Labore getestet.

Nun, weißt Du was: Bei der Prüfung auf Echtheit des Proteingehaltes werden Glycin und Taurin als Stickstoff angezeigt. Aufgrund dieser Stickstoffbindung werden sie bei Kontrollen technisch als „Protein“ bezeichnet.

Das heißt, nach den Spezifikationen der FDA (Amerikanische Lebensmittelbehörde) sind „25 Gramm Protein“ in Deinem Pulver, getestet, zertifiziert und genehmigt.

Bis auf eine Sache… Es ist nicht alles Nahrungsprotein!!!

Stattdessen bekommst Du eine ganze Menge an billigen Füllstoffen, die unter der losen Definition der FDA als Protein bezeichnet wird – das wird jedoch nicht viel zu Deiner Muskelproteinsynthese beitragen.

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Mutant wirbt mit „ganzen 44g Whey Protein pro Portion“. Dabei wurde der Proteingehalt künstlich nach oben gepusht.

Dies passiert schon eine ganze Weile, es sind keine neuen Nachrichten. Bereits im Jahr 2012 sorgte diese Entwicklung für Empörungen in der Industrie. Insider sowie die gut informierten Kunden wissen darüber schon lange Bescheid.

Doch da das Problem heute Jahre später weiterhin besteht, wird es Zeit diesen Betrug wieder in den Vordergrund zu rücken. Wir veröffentlichen diesen Beitrag in der Hoffnung, dass ihr ihn teilt und Fragen stellt.

Aber bevor es besser wird, kommt es erstmal noch schlimmer…

Es geht nicht nur um Taurin und Glycin. Jede hinzugefügte freie Form von Aminosäuren kann benutzt werden, um das System zu betrügen – einschließlich Glutamin und Glutamin Peptide. Sogar Creatin, welches möglicherweise das größte Verbrechen ist.

Denke daran, dass wir nicht böse darüber sind, wenn ein Hersteller extra Leucin in unser Proteinpulver packt – das ist das Kraftpaket der Aminosäuren und trägt zu Wachstum und Reparatur des Muskelgewebes bei – Glutaminsäure, Glycin und Taurine sind jedoch lange nicht so effektiv.

Kurz gesagt werden wir von den Unternehmen, die diese Aminosäuren in unsere Proteinpulver mischen, schlicht und ergreifend verarscht – und das vor unseren Augen.


Warum machen die sich die Mühe?

Geld! Warum auch sonst?

Taurin und Glycin sind sehr preiswert, das hilft unter dem Strich den Herstellern.

Die Großpackung WPC-80 (das gute, alte Whey Protein Konzentrat) kostet bspw. derzeit zwischen 1,75 und 2,00 Dollar pro Pfund, was über 30 Prozent mehr als letztes Jahr und doppelt so viel wie 2009 ist.

Es gab einige böse Schwankungen in den letzten fünf Jahren, aber der allgemeine Trend geht mit den Preisen aufwärts.

Taurin kann man auf der anderen Seite schon für recht günstige 0,95 Dollar pro Pfund finden. Die Daten sind von Alibaba (siehe hier). Es ist also anzunehmen, dass man noch bessere Angebote findet. Glycin kriegt man für einen ähnlichen Preis. 

Diese Preise können variieren. Doch der Punkt ist, dass diese Aminosäuren billiger als der Whey Protein Konzentrat Rohstoff sind.

Nach diesem einfachen Modell ist Taurin auf ein Pfund gerechnet vier mal günstiger als Whey Protein Konzentrat. Whey Protein Isolat kostet sogar etwas mehr als das Vierfache und die Preise scheinen nicht stagnieren.

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Mal auf, mal ab, aber im Grunde stiegen die Rohstoffpreise für Whey Protein in den letzten 5 Jahren.

Wenn man dazu noch Geschmack, Verpackung und Distribution hinzuzählt, dann erhält man genau unser gesehenes Ergebnis – in die Höhe schnellende Preise für Protein. Um mithalten zu können mussten die Hersteller einige schwierige Entscheidungen treffen, ohne an Deine sportlichen und ernährungstechnischen Ziele zu denken.


Creatin kann Tests auch in einem großen Umfang beeinflussen!

Einige Firmen haben diese Enthüllungen als ein bildendes Marketing Tool eingesetzt, mit unterschiedlichem Erfolg.

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Hier kann man den fast schon komischen Labortest für ein Produkt auf dem Markt sehen.

Ein Hersteller zeigte, dass Creatin auch die Testergebnisse beeinflussen kann – zu einem so lächerlichen Grad, dass man irgendwie 143 Prozent Protein daraus erhält.
Warum? Weil Creatin mehrere Stickstoffbindungen enthält und so wird Protein derzeit gemessen.

Vermeide daher Creatin in Proteinprodukten!!!

Wir lieben Creatin… aber nicht in unseren Proteinpulvern. Es ist nur dafür da, um die Gewinnmargen zu puffern und sie mit den manipulierten Tests noch mehr nach oben zu schrauben.

Wenn ein Proteinpulver also Creatin als Inhaltsstoff aufweist und die Formel nicht zu 100 Prozent transparent ist, dann haben wir buchstäblich keine Ahnung, was es mit diesem Produkt auf sich hat – insbesondere wenn es noch mit anderen freien Aminosäuren gemischt ist.

Die Quintessenz: Unternehmen können durch das Ersetzen von teurem Protein durch ein paar Gramm minderwertige Aminosäuren eine Menge Geld sparen und immer noch konform mit dem Gesetz bleiben!


Wie ist das möglich? Sollte so etwas nicht kontrolliert werden?

Die Gesetze und Richtlinien der FDA (Kontrollorgan welches in den USA für Nahrungsergänzungsmittel zuständig ist), wie es sie im Jahr 2015 gibt, konnten dieses Chaos nicht vorhersehen und eine Aktualisierung der Regeln ist längst überfällig.

Nach Angaben der FDA werden reine Aminosäurenprodukte nicht als Protein gezählt. Es gibt jedoch keine spezielle Regelung in Bezug auf Protein, das zusätzliche Aminosäuren enthält.

Um dies einzusehen, musst Du dir den FDA Code of Federal Regulations Title 21, Part 101 (Lebensmitteletikettierung), section 101.36 (Nahrungsetikettierung von diätischen Supplementen), der speziell auf die Kennzeichnung von Supplementen eingeht, ansehen.

21 CFR 101.36(b)(2)(i)

12. Muss ich Protein auf dem Etikett angeben, wenn mein Produkt nur einzelne Aminosäuren enthält? Nein. Sie müssen kein Protein angeben, wenn Ihr Produkt nur Aminosäuren enthält.

Sehr verständlich, oder nicht?

Wenn man sich den Wortlaut der FDA genau anschaut, dann merkt man, dass es genügend Raum für Interpretationen gibt.

Die Definition, wie die FDA Stickstoff/Protein in unserer Nahrung feststellt, ist nicht öffentlich zugänglich.

Da Proteinpulver keine Produkte sind, die nur Aminosäuren beinhalten, kann ein Unternehmen das so interpretieren, dass hinzugefügte Aminosäuren als Teil der Gesamtproteinmenge enthalten sein können.

AOAC International – Das Unternehmen, welches den Standard für Proteinmessung setzt
AOAC International – Das Unternehmen, welches den Standard für Proteinmessung setzt

Das bedeutet im Wesentlichen, dass ein relativ reines Aminosäurenprodukt wie die Alpha Aminos von Cellucor nicht behaupten kann, dass es Protein enthält. Dieses Gesetz gibt Herstellern allerdings auch nicht vor, ein auf Nahrungsprotein basierendem Produkt, welchem künstlich Aminosäuren hinzugefügt wurden, auch so auf das Etikett zu schreiben.

Die Definition der FDA zu Protein wird nicht einmal von der FDA selbst festgelegt und sie kann nirgends online gefunden werden.

Die obige Richtlinie ist verwirrend, aber der eigentliche Nagel im Sarg ist, wie die FDA Protein als Makronährstoff in Lebensmitteln behandelt. Die traurige Wahrheit ist, dass die FDA es nicht einmal selbst definiert. Sie schieben den Schwarzen Peter zu einem Unternehmen namens AOAC International, indem sie auf ihre Richtlinie von 1990 verweisen, die auf einem Proteintest basiert, der in den 1800er Jahren erfunden wurde. Diese nennt sich Kjeldahl Methode.


Was ist also die Kjeldahl Methode?

Johan Kjeldahl Bis zu diesem Tag misst dieser Mann immer noch Dein Protein und Deine Muskelzuwächse
Johan Kjeldahl
Bis zu diesem Tag misst dieser Mann immer noch Dein Protein und Deine Muskelzuwächse

Dies ist ein Test, der verwendet wird, um zu bestimmen, wie viel Stickstoff sich in einer chemischen Substanz befindet. Nicht mehr und nicht weniger. Er wurde vom dänischen Chemiker namens Johan Kjeldahl im Jahr 1883 erfunden. Das war ungefähr zu der Zeit, als die erste Glühbirne erfunden wurde.

Während diese Methode hervorragend funktioniert, um Stickstoff zu messen, ist sie hingegen extrem veraltet, wenn es darum geht zu messen wie viel Nahrungsprotein in einem Whey Protein enthalten ist – das, was uns wirklich interessiert. Diese Methode ist quasi nicht zu gebrauchen, da so viele verschiedene Verbindungen eine Stickstoffbindung enthalten.

Per Definition könnte jemand Gülle in dein Molkeprotein packen und es Protein nennen.

Das mag weit hergeholt klingen, aber es ist genau das, was bei dem chinesischen Milchpulver Skandal im Jahr 2008 passierte, als dort Melamin gefunden wurde. Bei diesem Skandal wurden 54 000 Babys aufgrund von gestreckter Babynahrung ins Krankenhaus eingeliefert. Diese Babynahrung wurde aus den selben Gründen mit Zusätzen versetzt wie heute unser Proteinpulver.

Während dieser Skandal mit zwei Hinrichtungen endete, glauben wir nicht, dass Taurin/Glycin in unserem Proteinpulver so viele Schlagzeilen generieren wird.

Aber für diejenigen von uns, die Ihr Training ernst nehmen, sollte dieses Thema wichtig sein. Dieses Verfahren zur Messung des Proteinanteils ist einfach nicht länger akzeptabel.

Das Konvertieren von Stickstoff zu Protein ist eine schlampige, auf Schätzungen basierende und veraltete Wissenschaft!


Jetzt wo Du weißt, was Hersteller tun um dir das Geld aus der Tasche zu ziehen, gilt es das Ganze zu vermeiden.

Wie man das Etikett richtig liest

Lass uns zuerst feststellen, dass das Auffüllen der Proteinpulver durch Aminosäuren dann passiert, wenn freie Aminosäuren (oder Creatin) der Mixtur hinzugefügt werden. Es ist sehr wichtig, dass du das verstehst!

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Typisches Beispiel für ein natrüliches Aminosäurenprofil.

Merke Dir die natürlich vorkommende Menge an Glycin.

Wenn ein Protein Hersteller verantwortungsvoll ist und das komplette Aminosäurenprofil des Produkts listet, dann wird dort auch Glycin und Glutamin/Glutaminsäure vorkommen. Schließlich treten diese Aminosäuren auf natürliche Weise in deinem Nahrungsprotein auf.

Taurin jedoch kommt nicht natürlicherweise in irgendeiner signifikanten Menge in Whey Protein vor. Wenn Du es in einem Aminosäurenprofil findest, dann wurde es höchstwahrscheinlich zugesetzt. Ein bisschen ist okay, aber mehr als ein Gramm pro Portion ist nicht akzeptabel.


Wenn es böse wird

Das eigentliche Problem beginnt, wenn Du irgendwelche freien Aminosäuren auf der Zutatenliste findest und es kein Aminosäurenprofil auf dem Etikett gibt.

An dieser Stelle ist es fast unmöglich zu sagen, wie viel von Deinem Molkenprotein wirklich Molkenprotein und wie viel billige Aminosäuren zum Auffüllen vorhanden sind. Das Beste ist es also, solche Produkte generell nicht zu kaufen.


Wie Du merkst, dass Dein Protein gestreckt wurde

Es gibt in der Regel zwei Situationen:

1. Die umstrittene Aminosäure wird innerhalb einer „Protein Mischung“ aufgeführt

In diesem Fall siehst Du ein Produkt auf dessen Etikett etwas ähnliches wie das hier steht:

Protein Mischung (Whey Protein Isolat, Glutamin Peptide, L-Leucin, Eiklar, Whey Peptide, L-Isocleucin, L-Valin), Kakao (verarbeitet mit Alkali), etc. etc. etc.

2. Die umstrittene Aminosäure tritt auf dem Etikett nach den Nahrungsproteinen auf

Hier ist ein Beispiel:

Protein Mischung (Whey Protein Konzentrat, Brauner Reis Protein Konzentrat, Whey Protein Isolat, Eiklar, Milchprotein Isolat, teilweise hydrolisiertes Whey Protein), Taurin, Glukose Polymer, Kakao Pulver (Dutch Process), L-Glutamin, etc. etc. etc.

In beiden Beispielen ist es nicht wirklich möglich zu sagen, wie viel „Verwässerung“ betrieben wurde, weil die ganze Menge an Zutaten als „Proteine“ gezählt werden. So viel wir wissen, könnten alle in jeweils gleicher Dosierung enthalten sein.

Im zweiten Beispiel können wir jedoch relativ zuversichtlich sein, dass zumindest nicht ALL ZUVIEL Glutamin enthalten ist, da es nach dem Kakaopulver aufgeführt wird. Aber das ist für Taurin nicht der Fall , welches noch vor dem „Glukosepolymer“ gelistet wird (auch bekannt als Maltodextrin).

Du kannst ein wenig Mathematik betreiben hinsichtlich des Produketiketts und ungefähr feststellen, wie viel Taurin enthalten ist.

Tatsache ist, dass wir nicht genug wissen um eine Vermutung aufzustellen, wie viel dieses Produkt wirklich wert ist. Die einzige Lösung ist, dieses Produkt nicht zu kaufen, um solche Unternehmen nicht zu unterstützen!

Ebenfalls ist wichtig zu wissen, dass es einige Hersteller gibt, die Ihr Protien mit Aminosäuren strecken, dies aber in keiner Art und Weise auf dem Etikett deklarieren. Somit ist es als Konsument unmöglich zu erkennen, ob das Protein gestreckt wurde. Hier haben wir dann einfach Pech!!!

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Typisches Beispiel für ein wahrscheinlich mit Aminosäuren gespicktes Whey Protein

Die Faustregel

Zuerst einmal: Kaufe niemals ein Protein mit Creatin.

Wenn Du also nicht möchtest, dass irgendwelche zusätzlichen Inhalte in Deinem Protein sind, dann ist die Faustregel einfach kein Produkt zu kaufen, in dem Aminosäuren wie Taurin, Glycin, Glutamin Peptide oder Creatin zur Zutaten-liste hinzugefügt wurden, ohne ein vollständiges Aminosäurenprofil zur Verfügung zu stellen.

Wenn aber Taurin, Glycin und Glutamin ziemlich am Ende der Zutaten-liste aufgeführt werden oder nach den Aromen, dann sind die Chancen groß, dass man nicht zu sehr an der Nase herumgeführt wird und es den Kauf wert ist.

Unser Tipp: Finde das französische Etikett

Wenn Du Dich für ein bestimmtes Protein Supplement interessierst, welches von einem großen internationalen Unternehmen hergestellt wird, dann solltest Du eventuell schauen, ob das Produkt auch in Frankreich erhältlich ist. Bestimmte europäische Länder; wie Frankreich verlangen die volle Offenlegung der Aminosäuren, also schau‘  bspw. in der Google Bildsuche nach einem französischem Etikett, um zu sehen, ob man daraus schlauer wird.


Ein Argument für Taurin und Creatin

Man könnte leicht die Position einnehmen, dass die Zusetzung von Taurin und Creatin (sagen wir 2 Gramm jeweils?) eigentlich einen Vorteil für Sportler im Gegensatz zu einem wirklichen, 100 Prozent  reinem, peptidbasierten Protein schafft, da Taurin nicht in Whey/Casein vorkommt und Creatin das effektitvste Supp des Planeten ist.

Wenn Du keine andere Quelle für Taurin, Creatin o.ä. hast, dann ist das auf jeden Fall wahr. Aber sollte es nicht so sein, dass der Konsument das selbst für sich entscheiden kann? Wenn wir aber Protein Mixturen haben, dann haben wir nie die volle Kontrolle über unsere Makronährstoffe, wenn wir Supplemente verwenden, die unbekannte Mengen anderer Aminosäuren enthalten.

Ist das alles so schlimm?

Ein paar Gramm Protein ist wirklich nicht das Ende der Welt. Laut Brancheninsidern braucht man mindestens 20 Gramm Protein, um die richtige Konsistenz zu erreichen – also kriegst Du höchstwahrscheinlich kein völlig proteinleeres Produkt.

Es geht aber nicht unbedingt um das Protein. Es geht um die Ethik.

Die Probleme sind vielmehr:

Niemand will sich verarschen lassen – auch nicht nur ein bisschen!

Die guten Unternehmen, die das Amino Spiking nicht anwenden, unterliegen einem schweren Preisnachteil!!


Warum es auch uns hier in Europa betrifft!

Sicher, eigentlich könnte uns das alles vollkommen am Hinterteil vorbeigehen, denn das sogenannte Amino Spiking wird von europäischen Supplement Herstellern unseres Wissens nach aktuell nicht betrieben. Doch schaut man einmal in einen Supplement Shop, finden wir dort in der Regel locker 50-80 % amerikanische Produkte. Ja, manche Shops haben nicht ein deutsches Produkt in ihrem Regal stehen. Und hier kannst eben auch DU als deutscher Konsument ein Whey Protein kaufen, welches mit unnützen Aminosäuren gepanscht wurde.

Wie kannst du also sicher gehen, kein gepanschtes Protein zu kaufen?

Du kannst ziemlich sicher sein, dass ein in Deutschland hergestelltes Whey Protein, bei welchem der Hersteller sogar angibt, wie hoch der Anteil an Whey Protein Konzentrat, Isolat etc. ist, nichts gepanscht wurde. Das machen allerdings die allerwenigsten Hersteller.

Wenn du ein Whey Protein kaufst, achte also immer auf die Zusammensetzung. Stehen in der Zutatenliste keinerlei Aminosäuren wie Taurin, Glycin, Glutamin Peptide etc., so enthält das Produkt nur Aminosäuren aus dem Nahrungsprotein und genau das möchten wir!

Hier können wir dir folgende Produkte empfehlen.

ZEC+ Whey Connection

TNT True Whey


Was wir von Gannikus.com dagegen tun

In Hinblick auf unsere Präsenz in dieser Industrie werden wir unser Bestes tun, um niemals wissentlich Produkte zu promoten oder zu bewerten, die potenziell mit Aminosäuren gestreckt wurden, sowohl auf unserer Webseite als auch auf all unseren Plattformen. Es sei denn, hierbei handelt es sich um Produkte die zu einem absoluten Angebotspreis erhältlich sind und wir denken, dass der geringe Preis einen Kauf rechtfertigt (in diesem Fall jedoch warnen wir davor, dass dieses Produkt eventuell gestreckt wurde).

Es lohnt sich zu kämpfen! Wir lieben diese Industrie und glauben, dass es viele ethische, vorteilhafte Produkte gibt, die es wert sind, promotet zu werden.

Wenn Du nicht sicher bist, dann kontaktiere uns einfach entweder hier auf Gannikus.com, auf Facebook oder auf YouTube.

Es muss erwähnt werden, dass wir nicht mit irgendwelchen Herstellern zusammen arbeiten und keine Provisionen von ihnen erhalten.


Was in den USA passiert ist

Die FDA ist relativ harmlos wenn es um solche Situationen geht. Und aus diesem Grund haben sich Verbraucher in den USA zusammengeschlossen, um die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und so wurden Sammelklagen gegen bestimmte Hersteller eingereicht.

Mehrere Sammelklagen gegen verschiedene Marken sind bereits eingereicht worden und einige mehr sind auf dem Weg. Dieser Abschnitt wird mit allen bekannten Fällen aktualisiert:

  • 1. Juli 2014:Anklage gegen Fortress eingereicht.
  • 4. November 2014: Anklage gegen Body GNC und 4 Dimension Nutrition eingereicht.
  • 11. November 2014: Anklage gegen Body CVS Whey Protein Pulvers eingereicht. Giant Sports (Delicious Protein) eingereicht.
  • 13. November 2014: Sammelklage gegen Inner Armour  (Mass Peak und Nitro Peak) eingereicht.
  • 19. November 2014: Erneute Anklage gegen Multi-Pro eingereicht.
  • 19. November 2014: Anklage gegen Pro Supps PS eingereicht.
  • 19. November 2014: Anklage gegen  Fit Foods (Mutant Whey) eingereicht.
  • 28.Januar.2015: Anklage gegen MusclePharm Arnold Schwarzenegger Iron Mass eingereicht.

Eine einzige Anwaltskanzlei verfolgt diese Fälle und wir erwarten mehr Informationen bis Ende des zweiten Quartals diesen Jahres. Auch wenn wir jetzt die technisch rechtliche Grundlage dieses Skandals beleuchtet haben, muss man trotz dessen noch weitergehen und die irreführende Absicht bestimmter Hersteller hinterfragen.

Wir wissen nicht, wie die Einzelnen bestraft werden, aber wir hoffen, dass letztendlich die Industrie von diesen schwarzen Schafen gesäubert wird und ihr als Kunden durch Vorsicht den Herstellern signalisiert, dass ihr euch nicht verarschen lasst.