Veganer Propagandafilm oder revolutionäre Aufklärung auf Netflix? - Gannikus.de

The Game Changers: Veganer Propagandafilm oder revolutionäre Aufklärung auf Netflix?

Man kann ihn nicht mehr leugnen, den Trend hin zu einer rein pflanzlichen Ernährung. Während in den meisten Fällen ethische oder ökologische Faktoren Grund dafür sind, dass Menschen Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier nicht nur aus ihrem Speiseplan, sondern oft auch aus ihrem gesamten Leben verbannen, setzen scheinbar auch immer mehr Spitzensportler auf die vegane Ernährung und behaupten, dadurch eine bessere Leistung erbringen zu können. Wer den Dokumentarfilm "The Game Changers" auf Netflix bereits gesehen hat, der weiß, dass die Produzenten um James Cameron, Jacky Chan und sogar Arnold Schwarzenegger versuchen, nicht nur gesundheitliche Vorteile ins Rampenlicht zu stellen, sondern auch zu propagieren, dass ohne tierische Produkte in jedem Sport Hochleistungen erbracht werden können.

Noch vor wenigen Jahren war das undenkbar. Im Kraftsport und Bodybuilding galten Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier als die Proteinlieferanten schlechthin und auch wenn wir uns aus dieser Szene heraus begeben, fand man bis vor Kurzem nur selten Spitzenathleten, die sich öffentlich zu einer rein pflanzlichen Kost bekannten. Heute ernähren sich immer mehr Menschen vegan und behaupten oftmals, sie hätten mehr Energie und einen geringeren Cholesterinspiegel. Die Anfang Oktober 2019 auf Netflix erschienene Dokumentation The Game Changers geht jedoch noch einen Schritt weiter und behauptet sogar, dass tierische Lebensmittel die körperliche Leistung beeinträchtigen, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen steigern und sogar die Sexualfunktion hemmen.

Das Kamerateam begleitet im Zuge der Aufnahmen den früheren MMA-Kämpfer und Gewinner des Titels "The Ultimate Fighter 2009" James Wilks, der seinen persönlichen Werdegang von einer fleischlastigen Mischkost bis hin zu einer "Plant-Based Diet", wie die vegane Ernährung fast im gesamten Film genannt wird, aufzeigt. Doch als wäre diese Besetzung nicht genug, kommen neben zahlreichen Wissenschaftlern und Vereinssportlern auch Charaktere wie Arnold Schwarzenegger, Lewis Hamilton sowie Strongman Patrik Baboumian, Tennisspieler Novak Djokovic und Mischa Janiec zur Rede. In diesem Artikel gibt es für uns also viel zu diskutieren und zu beleuchten!

Doch bevor wir tief in das Thema abtauchen sei zunächst eines gesagt: Der folgende Artikel soll keineswegs dazu dienen, eine vegane Ernährung schlecht zu reden oder den Fleischkonsum zu propagieren. Zu weiten Teilen dieser Abhandlung wird es stattdessen darum gehen, die kontroversen Aussagen der Dokumentation zu beleuchten und gegebenenfalls in den Kontext zu rücken oder richtigzustellen. Gegen Ende unserer Darbietung werden wir auf rationale Art und Weise die Frage klären, ob es mit einer veganen Ernährung möglich ist, die gleichen körperlichen Leistungen zu erreichen wie mit einer gesunden Mischkost und was eventuell dafür nötig ist. Sollte fälschlicherweise der Eindruck entstehen, wir würden uns per se gegen eine pflanzenbasierte Kost aussprechen, bitten wir euch diesen langen Artikel dennoch bis zum Ende zu lesen. Es wird sich lohnen.

In diesem Sinne: Bühne frei!

Die wissenschaftlichen Daten

Die Geschichte beginnt, nachdem sich der James Wilks 2009 auf dem Höhepunkt seiner Karriere verletzte und ein halbes Jahr nicht einmal trainieren konnte. Er habe unzählige Stunden damit verbracht, Studien über Ernährung und Regeneration von Verletzungen zu lesen, um seinen Heilungsprozess zu beschleunigen. Im Zuge dieser Recherchen habe der UFC-Fighter eine "Studie" entdeckt, die behaupten würde, dass römische Gladiatoren kein Fleisch gegessen, sondern sich hauptsächlich von Getreide und Bohnen und anderen Pflanzen ernährt hätten.

Für diese Untersuchung seien Knochen aus einem Gladiatoren-Grab aus Ephesus im heutigen Westen der Türkei analysiert wurden. Vor laufender Kamera zeigt der Dr. Fabian Kanz von der Universität Wien eindrucksvoll, wie er und sein Kollege Karl Grossschmidt den Strontiumgehalt der Überreste analysiert und dabei festgestellt hätten, dass die Kämpfer sehr viel pflanzliche Nahrung zu sich genommen haben sollen. Die hohe Knochenmineraldichte deute weiterhin auf eine sehr hochwertige Nahrung und ein intensives Training hin. Tatsächlich handelt es sich bei dem zitierten Manuskript jedoch nicht um eine Studie, sondern um einen kurzen Bericht der Ergebnisse von Kanz und Grossschmidt in der archäologischen Fachpresse, geschrieben vom freien Journalisten Andrew Curry aus Berlin [1].

In "The Game Changers" wird eindrucksvoll gezeigt, wie man zu den genannten Ergebnissen gekommen ist.

Eine neuere Untersuchung, die eine echte Studie darstellt und mit moderneren Technologien arbeitete, analysierte ebenfalls Knochen aus der genannten geografischen Region und kam zu dem Ergebnis, dass sich die dort ansässigen Gladiatoren nicht ausschließlich von pflanzlicher Kost ernährten, Getreide und Hülsenfrüchte aber die Basis darstellten [2]. Sie fanden Hinweise darauf, dass auch gewisse Mengen Fleisch konsumiert wurden. Allerdings deuteten zwei der Proben auf einen sehr viel hören Fleischkonsum hin. Die Forscher schlussfolgerten, dass die Ernährung der Gladiatoren hauptsächlich regional bedingt war. Da diese Region für den Anbau von Getreide und Hülsenfrüchten bekannt ist, sind die Ergebnisse keine Überraschung. Bei den beiden Ausreißern, ein Mann und eine Frau, handelte es sich womöglich um Zugezogene aus einer anderen Region. Interessanterweise waren Kanz und Grossschmidt auch an dieser Studie beteiligt.

Zwar werden beide Untersuchungen im Film angegeben, doch zeigt die Tatsache, dass ein kurzer Bericht eines Journalisten als Studie angesehen wird, wie die Produzenten an diese Dokumentation herangegangen sind. "The Game Changers" ist voll von angeblichen Studien, die immer wieder eingeblendet werden. Es kommen immer wieder Experten in weißen Kitteln zu Wort, die von ihren Erkenntnissen berichten, was in den meisten Zuschauern sicherlich auf überzeugende Weise das Bild hinterlässt, dass eine vegane Ernährung der einzig wahre Weg zu mehr Leistung sei. Aber fahren wir erst einmal fort…

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Eine weitere tatsächliche Studie aus dem Jahre 2004, die Wilks zitiert, verglich die bis dahin bestehenden Daten zum Einfluss einer pflanzlichen Ernährung auf die athletische Leistung [3]. Der Erzähler kommentiert dabei:

"Wenn es darum geht ,Kraft und Muskelmasse aufzubauen, zeigen Studien, die pflanzliches und tierisches Protein vergleichen, dass so lange genügend Aminosäuren aufgenommen werden, ihre Quelle irrelevant ist."

Tatsächlich war dies eine der fünf Kernaussagen dieses Reviews. Die anderen vier lauten wie folgt:

  1. Eine gut geplante, bedarfsgerecht supplementierte (durch Nahrungsergänzungsmittel unterstützte) vegetarische Ernährung scheint die athletische Leistung effektiv zu unterstützen.
  2. Vegetarier (speziell Frauen) haben ein größeres Risiko für einen Eisenmangel, der die Ausdauerleistung limitieren könnte.
  3. In der Gesamtheit haben Vegetarier einen geringeren Creatingehalt in der Muskulatur und erfahren durch die zusätzliche Einnahme von Creatin daher eine größere Leistungssteigerung bei Aktivitäten, die vom ATP-/Phosphocreatin-System abhängig sind.
  4. Trainer sollten sich bewusst sein, dass manche Athleten eine vegetarische Ernährung aus Gründen der Gewichtsregulation einhalten. Daher sollte im Falle eines unerwarteten Gewichtsverlustes die Möglichkeit eines gestörten Essverhaltens berücksichtigt werden.

Dabei sollte angemerkt werden, dass in der Studie unter dem Begriff "vegetarisch" alle Ernährungsformen enthalten sind, die auf Fleisch verzichten, inklusive einer rein pflanzlichen Ernährung. Ohne jede einzelne von ihnen aufzuzählen, werden in der Dokumentation sehr viele Studien und Paper zitiert, die durch einen sehr geringen Stichprobenumfang kaum repräsentativ erscheinen. Bisher zeigen jedoch keine Daten, dass eine vegane Ernährung hinsichtlich der körperlichen Leistungsfähigkeit im Vorteil ist, aber auch nicht zwangsweise im Nachteil [4].

Der Grund für die Beobachtung, dass Personen, die von einer gemischten auf eine pflanzliche Kost wechseln, weniger Verdauungsprobleme haben, sich energiegeladener und besser fühlen, ist womöglich, dass mit der Umstellung ein höheres Bewusstsein für Ernährung einhergeht. Die Menschen achten mehr auf das, was sie essen, nehmen weniger verarbeitete Nahrungsmittel auf und haben in der Regel eine höhere Kohlenhydrataufnahme, die in vielen Sportarten einen signifikanten Vorteil liefert. Die gleichen Verbesserungen könnte man wahrscheinlich auch mit einer bedachten und unverarbeiteten Ernährung erreichen, die gewisse Mengen tierischer Produkte enthält.

Eine weitere Studie, die der Protagonist angibt, soll zeigen, dass Milch von Kühen bei Männern den Östrogenspiegel steigert und den Testosteronspiegel senkt. Die zitierte Studie untersuchte tatsächlich den Einfluss der Milch schwangerer Kühe anhand von sieben Männern, sechs Kindern und fünf Frauen [5]. Moderne Milchkühe geben aufgrund heutiger Züchtungen während der gesamten Schwangerschaft Milch. Traditionell wird für die Lebensmittelindustrie nur die Milch verwendet, die eine Kuh nach der Geburt gibt. Während der Schwangerschaft enthält die weiße Flüssigkeit jedoch mehr weibliche Geschlechtshormone.

In "The Game Changers" wird behauptet, dass alle tierischen Lebensmittel Östrogene enthalten und deshalb den Hormonhaushalt im Körper beeinträchtigen würden.

Die Aufgabe der Studie war es herauszufinden, welchen Einfluss sie auf den Menschen haben. Bei den männlichen Teilnehmern führte der Verzehr der Schwangerschaftsmilch zu einem akuten Anstieg des Östrogenspiegels, da sie das Hormon über das Getränk aufnahmen. Dementsprechend sank die Testosteronproduktion vorübergehend leicht ab. Allerdings wurden die Daten nur innerhalb der ersten 120 Minuten nach der Einnahme gemessen, wobei der Anstieg zum Ende hin wieder rückläufig war. Daraus zu schließen, dass Milch generell zu einer Verschiebung des Testosteron-Östrogen-Gleichgewichtes bei Männern führt, ist nicht möglich.

Später wird argumentiert, dass die Fleischindustrie zahlreiche Studien gesponsert habe, die die Journale überfluten und pro-vegane Studien dadurch zahlenmäßig untergehen. Damit hat Wilks nicht unrecht, denn die amerikanische Fleischindustrie finanziert tatsächlich Studien. Das bedeutet jedoch nicht zwangsweise, dass sie sich dadurch positive Ergebnisse erkauft. Das gleiche Argument könnte man dagegen auch bei einer später in der Dokumentation erwähnten Studie anwenden. Sie verglich die Aufnahme von Hass Avocado gegenüber einer Hamburger-Mahlzeit hinsichtlich der akuten Effekte auf den Blutfluss und Entzündungsmarker [6]. Doch genau diese Studie wurde durch das "Hass Avocado Board" unterstützt. Nochmals, das bedeutet nicht zwangsweise, dass die Ergebnisse gefälscht sind.

Eine vom "Hass Avocado Board" unterstützte Studie habe gezeigt, dass eine einzige Mahlzeit den Blutfluss signifikant verringern könne.

Zahlreiche Male werden im Laufe des Dokumentarfilms Begriffe wie TMAO, Heterozyklische Amine (HCA), Hämoglobin, N-Glycolylneuraminsäure (Neu5Gc), Endotoxine und AGEs fallen gelassen. Dabei wird behauptet, dass diese nur in tierischen Produkten vorkommen, das Risiko für Entzündungen steigern und dadurch zu einer Reihe gesundheitlicher Beeinträchtigungen führen würden. Während einige davon tatsächlich nur in tierischen Lebensmitteln anzutreffen sind, bieten auch pflanzliche Nahrungsmittel zahlreiche Komponenten, die potenziell gesundheitsschädlich sein können. Solanin, Acrylamid, Lektine und Phytate sind hier nur einige Beispiele von vielen. Am Ende gilt aber auch hier wie immer, die Dosis macht das Gift.

Ein Paradebeispiel für die Ableitung falscher Schlüsse aus Studien ist die Behauptung, dass Hämoglobin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen würde. Die konsultierte Hämatologin Dr. Helene Moon stellt dabei eine großangelegte Meta-Analyse von Beobachtungsstudien vor, die eine Korrelation zwischen dem Verzehr von Hämoglobin aus tierischen Lebensmitteln und dem Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten fand. Kurz darauf hört man jedoch Wilks Stimme, die sagt, das Hämoglobin diese Probleme verursachen würde. Allerdings vernachlässigt sie dabei bewusst oder unbewusst, dass eine Korrelation keine Kausalität anzeigt.

Der Film "The Game Changers" erweckt den Eindruck, als ob nur tierische Lebensmittel potenziell schädliche Inhaltsstoffe und keinerlei Mikronährstoffe besitzen. Dies ist allerdings völlig falsch.

Nur weil die Aufnahme des roten Blutfarbstoffs aus Fleisch und Fisch mit dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen korreliert, heißt das nicht, dass es die Ursache dafür ist. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Interventionsstudien, die diesen Zusammenhang untersucht haben, wobei insgesamt nicht abgeleitet werden konnte, dass das Hämoglobin an einer gesteigerten Rate kardiovaskulärer Erkrankungen schuld ist [8]. Viel wahrscheinlicher ist es, dass Menschen, die sich generell schlechter ernähren und einen ungesünderen Lebensstil besitzen, auch mehr Fleisch essen. Grund für ihr höheres Risiko ist dagegen wahrscheinlich aber eher die Gesamtheit aus ernährungs- und lifestylebedingten Faktoren, wie beispielsweise auch Bewegungsarmut.

In unserer Ernährung gibt es zahlreiche Komponenten, die entzündungsfördernd oder entzündungshemmend, pro-oxidativ oder anti-oxidativ, krebserregend oder krebshemmend wirken. Über die gesamte Länge des Films hinweg wird der Eindruck vermittelt, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten, entweder eine rein pflanzliche Ernährung oder eine Ernährung, die ausschließlich aus tierischen Lebensmitteln besteht. Die meisten Menschen essen jedoch nicht etwa das eine oder das andere, sondern bedienen sich einer Mischung aus Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Eiern, Meeresfrüchten und allen weiteren Lebensmittelgruppen. So bleibt die Menge an schädlichen Inhaltsstoffen meistens im Rahmen und wird durch positive Inhaltsstoffe ausgeglichen.

Wo genau der Unterschied zwischen einer Beobachtungs- und einer Interventionsstudie liegt und was beachtet werden muss, wenn wir wissenschaftliche Daten interpretieren, haben wir im folgenden Artikel festgehalten:

#sciencebased? - Das ist das Problem mit wissenschaftlichen Studien!

Science hier, evidenzbasiert da. Die Fülle an Informationen, die uns so mancher Influencer aus der wissenschaftlichen Literatur übermitteln will, können für viel Verwirrung sorgen und sind teilweise sogar widersprüchlich. In vielen Fällen scheint es, als würde die Forschung all die Prinzipien anfechten, die sich in Jahrzehnten der natürlichen Evolution des Sports herauskristallisiert haben. Somit passiert […]

Wir könnten jetzt damit fortfahren, jede einzelne der gesundheits- und leistungsbezogen Aussagen in diesem Film auseinanderzunehmen, doch da dieser Artikel bis hierher schon recht lang ist, möchten wir an dieser Stelle darauf verzichten. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte allerdings klar werden, dass viele der Behauptungen darauf basieren, dass man sich nur die Pro-Argumente angesehen und nicht das gesamte Datenfeld widergespiegelt hat. Im Englischen würde man das als Cherry-Picking bezeichnen, auf Deutsch vielleicht als "Die Rosinen aus dem Kuchen herauslesen". Dieses Vorgehen ist allerdings höchst unwissenschaftlich und sehr einseitig.

Die Burrito-Experimente

Wer den Film bereits gesehen hat, wird besonders zwei Experimente im Kopf behalten haben, die vor laufender Kamera durchgeführt wurden. Im ersten der beiden Experimente gab man drei Sportlern jeweils einen Burrito mit Rindfleisch und Käse, einen mit Hähnchenfleisch und Käse und einen mit Bohnen und Guacamole zu essen. Am folgenden Tag bekamen alle den veganen Burrito. Zwei Stunden nach der jeweiligen Mahlzeit nahm man ihnen Blut ab, separierte das darin enthaltene Plasma und fand heraus, dass im Blut der Spieler, die einen nicht-veganen Burrito aßen, mehr Triglyceride, also Fette enthalten waren. Man sollte dies anhand der Färbung des Blutplasmas erkennen können, welches bei den Fleischessern trüb war und im Falles des veganen Burritos klar. Allerdings lässt dies nicht unbedingt nur auf die Triglyceride schließen, sondern auch auf den Gehalt an anderen Stoffen wie Transportmolekülen.

Die Test-Burritos hatten eine deutlich unterschiedliche Zusammensetzung!

Gehen wir aber für den Moment davon aus, dass es sich dabei um Triglyceride handelte. Aufgrund der Tatsache, dass eine erhöhte Menge an Fettsäuren im Blut die Fähigkeit der Gefäße sich zu weiten hemmt, schlussfolgert die Dokumentation "The Game Changers", dass tierische Lebensmittel die sportliche Leistung hemmen. Zwar ist es völlig richtig, dass ein zu hoher Triglyceridspiegel im Blut dazu führen kann, dass sich die Gefäße weniger schnell weiten, doch hat man auch hier ein wenig getrickst. Nehmen wir aus gutem Willen heraus an, dass alle Burritos die gleiche Makronähstoffzusammensetzung aufwiesen (dazu gleich mehr), dann müsste der Triglyceridspiegel nach dem veganen Burrito genauso stark angestiegen sein. Immerhin werden Fette im Darm aufgenommen und dann über das Blut und die Lymphe transportiert, egal ob sie dabei pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind.

Zu beachten ist hier, dass die Fette in dem veganen Burrito ausschließlich aus der Avocado stammten, in den beiden anderen aus Fleisch und Käse. Tatsächliche Studien zeigen, dass der Triglyceridspiegel nach dem Verzehr von Avocados genauso stark ansteigt wie nach einer Kontrollmahlzeit, die neben Avocado auch Butter als primäre Fettquelle benutzte [7]. Was jedoch unterschiedlich war, ist der Anteil der Chylomikronen und VLDL-Partikel, die hauptsächlich für den Transport von Fettsäuren im Blut verantwortlich sind. Genau genommen waren diese beiden Moleküle weniger vertreten, wohingegen LDL-Partikel als Transporter stärker anstiegen.

Das Blutplasma erscheint nach dem Verzehr der Fleisch-Burritos deutlich trüber als nach dem veganen Burrito.

Dies deutet laut den Autoren darauf hin, dass Avocados auf einzigartige Weise dafür sorgen, dass die Triglyceride nach einer Mahlzeit schneller aus dem Blut transportiert werden. Allerdings bedeutet das nicht, dass eine pflanzliche Mahlzeit im Allgemeinen die bessere Wahl vor der sportlichen Aktivität ist. Solange man sich genügend Zeit zum Verdauen lässt, sollten laut unserem Wissensstand keinerlei Beeinträchtigungen der Endothelfunktion auftreten. Wohlgemerkt wurde auch diese Studie vom "Hass Avocado Board" unterstützt.

Wie bei der Zubereitung der Burritos zu erkennen ist, kommen beim veganen Burrito schwarze Bohnen statt Fleisch als Proteinquelle zum Einsatz. Da die Menge an Reis, Mais und Tortilla jedoch gleich erscheinen, lässt sich vermuten, dass der Bohnen-Burrito deutlich mehr Kohlenhydrate und wahrscheinlich weniger Fett enthielt als die beiden anderen Testmahlzeiten. In Kombination mit den bereits genannten Faktoren kann man daher auch mutmaßen, dass zum Zeitpunkt der Messung der Großteil der Fette bereits aus dem Blut abtransportiert wurde. Mit einer Anzahl von drei Probanden und der Dauer von zwei Mahlzeiten kann jedoch auch hier nicht annähernd von statistischer Signifikanz gesprochen werden.

Der vegane Burrito (Mitte) schien aufgrund der Bohnen deutlich mehr Kohlenhydrate und weniger Fette zu enthalten als die Vergleichsmahlzeiten.

In einem zweiten Experiment, welches von Dr. Aaron Spitz angeleitet wurde, sollten drei junge Athleten zwei Nächte lang eine Gerätschaft an ihrem Penis tragen, die die Frequenz und Intensität von Erektionen misst. Jeder gesunde Mann habe laut dem Arzt im Laufe einer Nacht mehrere Erektionen und die Hypothese lautete, dass eine Mahlzeit mit Fleisch vor dem Schlafen die erektile Funktion beeinträchtige. Man gab den Probanden also zunächst einen Burrito zu essen, der entweder Hähnchen-, Rind- oder Schweinefleisch enthielt. Dieses Mal diente in allen Fällen Avocado als Fettquelle. Vor der zweiten Nacht jedoch bekamen sie einen Burrito, der einen Fleischersatz beinhaltete.

Die Ergebnisse waren verblüffend. Während die Intensität der Erektionen der drei Probanden um etwa neun bis 13 Prozent anstieg, erhöhte sich die Dauer der Erektionen pro Nacht um 300 bis knapp 500 Prozent. Wenn das kein Argument für eine vegane Ernährung ist? Nun, wir konnten keine einzige kontrollierte Studie finden, die diese Ergebnisse bestätigt. Stattdessen steht Stress ganz oben auf der Liste für Faktoren, die zu einer akuten Störung der erektilen Funktion beim Mann führen [9].

Mit diesem Gerät wurden die nächtlichen Veränderungen am "Gerät" der drei Athleten gemessen.

Da das Experiment keineswegs kontrolliert stattfand, die Probandenzahl von drei Athleten sowie die Dauer von zwei Nächten extrem gering waren, können wir kaum behaupten, dass diese Ergebnisse repräsentativ sind. Allein ein veränderter Trainingsstress, beispielsweise durch einen trainingsfreien Tag oder eine bessere Nachtruhe, könnten zu diesen scheinbar beeindruckenden Resultaten geführt haben. Ohne den Produzenten von "The Game Changers" etwas unterstellen zu wollen, lässt sich darüber spekulieren, dass die gemachten Beobachtungen bewusst provoziert wurden. Immerhin scheint man bereits vorher gewusst zu haben, zu welchen Ergebnissen das Experiment führen wird.

Die Berichte der Athleten

Man muss schon sagen, die Produzenten von "The Game Changers" leisteten gute Arbeit darin, hochkarätige Athleten ins Rampenlicht zu stellen, die den Switch von einer Mischkost auf eine vegane Ernährung durchgeführt haben und damit Erfolge feiern konnten. Neben Scott Jurek, Morgan Mitchell, Kendrick Farris und Carl Lewis sind auch Strongman Patrik Baboumian, Bodybuilder Mischa Janiec und Bodybuilding-Legende Arnold Schwarzenegger mit dabei. Es würde den Rahmen sprengen, hier jeden einzelnen im Detail zu thematisieren, also beschränken wir uns auf die in der Kraftsport- und Fitness-Szene relevantesten Vertreter.

Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch bei ProBroWear unter Vertrag, ist auch Mischa Janiec in "The Game Changers" zu sehen.

Patrik Baboumian

Der seit 1986 in Deutschland lebende Armenier bekommt in "The Game Changers" im Vergleich zu allen anderen Athleten sehr viel Aufmerksamkeit und gilt nicht zuletzt durch den Film "Kraftakt", in der er 2012 die Hauptrolle spielte, und seinen Weltrekorden im Fronthold, Yoke-Walk, Bierfass-Stemmen und Log-Lift in der Klasse bis 105 Kilogramm Körpergewicht zu einem der einflussreichsten veganen Kraftsportler weltweit. Der wohl eindrucksvollste Satz, den der Strongman im Film von sich gibt, ist folgender:

"Jemand fragte mich, wie ich stark sein kann wie ein Ochse, wenn ich kein Fleisch esse? Meine Antwort war: Hast du jemals einen Ochsen Fleisch essen sehen?"

Das klingt zunächst einleuchtend und deckt sich mit der Behauptung im Film, dass die Tiere, die wir essen, ihr Protein auch nur aus Pflanzen beziehen und so als Mittelsmänner für uns dienen. Doch diese Schlussfolgerung hinkt, besonders wenn wir uns das genannte Beispiel von Rindern vor Augen führen. Diese Gattung gehört nämlich zu den Wiederkäuern und besitzt vier Mägen statt nur einem wie wir Menschen. Daher ist es ihnen möglich, pflanzliche Nahrung völlig anders zu nutzen als wir Zweibeiner. Besonders die bakterielle Flora im Pansen von Rindern hilft ihnen dabei, nicht nur pflanzliches Protein in körpereigenes Protein sowie Milchprotein umzuwandeln, sondern auch Aminosäuren aus Nicht-Protein-Stickstoff zu synthetisieren.

Tatsächlich ernährt sich Patrik Baboumian auch nicht von Gras, sondern supplementiert massiv mit veganen Proteinpulvern, Creatin, Aminosäuren, pflanzlichen Fleischalternativen, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Tofu etc. Wie man auf dem YouTube Kanal des 40-Jährigen sehen kann, gelingt es ihm so, täglich über 5000 Kilokalorien und mehr als 400 Gramm Protein aufzunehmen, einen Wert, den bezogen auf das Körpergewicht wohl kaum ein Ochse erreicht.

Patrik behauptet in "The Game Changers", im Jahre 2005 aufgehört zu haben, Fleisch zu essen und sein Körpergewicht in dieser Zeit von etwa 105 auf 130 Kilogramm gesteigert zu haben. Dabei habe er enorm an Kraft und Muskelmasse zugenommen und das ist auch kein Wunder. Wie wir bereits angemerkt haben und später weiter ausführen werden, ist es durchaus möglich, mit einer pflanzlichen Ernährung beachtliche Leistungen zu erbringen und enorme Muskelmassen aufzubauen. Solange die Quantität an Proteinen in der Ernährung hoch ist, scheint die Qualität eine untergeordnete Rolle zu spielen. Die Kalorienbilanz macht ihr Übriges. Dazu aber später mehr.

Interessant ist jedoch, dass in der Dokumentation unerwähnt bleibt, dass Baboumian noch im Jahre 2009 am sogenannten "Shock Therapy-Experiment" teilnahm, in dem er sich 30 Tage lang von 6000 Kilokalorien täglich ernährte und sein Körpergewicht in dieser Zeit von 107 auf über 115 Kilogramm steigerte [12]. Auch seine Kraftleistungen seien dabei förmlich explodiert. Auf dem Ernährungsplan standen damals unter anderem 190 Gramm Wheyprotein, 1,5 Kilogramm Magerquark sowie 500 Gramm Seelachs täglich. Abgesehen von den Nahrungsergänzungsmitteln waren Haferflocken und Reis das Einzige was in dieser Auflistung "plant-based" war [13]. Vollkommen vegan hat der heute 40-Jährige seine Basis also nicht aufgebaut.

Bevor sich Baboumian dem Kraftsport widmete, war er Bodybuilder und das kein schlechter. 1999 gewann der damals 20-Jährige den Titel des Internationalen Deutschen Meisters in der Juniorenklasse mit einem Körpergewicht von 84 Kilogramm auf eine Körpergröße von 1,71 Metern. Ohne ihm etwas unterstellen zu wollen, würden wir behaupten, dass diese Leistung nicht ohne die Zuhilfenahme von Dopingmitteln wie anabolen Steroiden bewerkstelligt wurde, die er eventuell noch heute verwendet. Ebenfalls muss man anmerken, dass auch seine fleischessende Konkurrenz im Strongman des Dopings nicht freigesprochen werden kann. Mit anderen Worten: Sollte die vegane Ernährung einen Nachteil für ihn darstellen, würden ihn auch Dopingsubstanzen nicht wettkampffähiger machen, da sich andere Athleten den gleichen Mitteln bedienen. Dennoch steigern diese Mittel die Leistung nachweislich.

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Mischa Janiec

Hierzulande zählt der Schweizer Mischa Janiec zu den berühmtesten veganen Bodybuildern. Aufgrund seiner Präsenz auf YouTube und Instagram polarisiert der junge Influencer in der Szene stark. Im Gegensatz zu Baboumian kommt er in "The Game Changers" jedoch nicht besonders lang und oft zu Wort. Der Teil, in dem er neben IFBB Pro Nimai Delgado auftaucht, dreht sich in erster Linie um das Thema, wie Veganer so viele Kohlenhydrate essen können und dennoch einen niedrigen Körperfettanteil erreichen. Schließlich sei die typische Bodybuilding-Diät eher kohlenhydratarm.

Die meisten unserer regelmäßigen Leser werden allerdings wissen, dass die typische Ernährung eines Bodybuilders auch in der Wettkampfdiät weder zwangsweise LowCarb ist noch dass Kohlenhydrate einen Fettverlust verhindern würden. Was am Ende über Zu- und Abnahme entscheidet, ist das Verhältnis aus aufgenommenen und verbrannten Kalorien, nicht aber ihre Zusammensetzung hinsichtlich der Makronährstoffe. Auch wenn es etwas schwieriger ist, auf pflanzlicher Basis genügend Protein zu konsumieren, ohne dabei größere Mengen an Fetten und Kohlenhydraten aufzunehmen, die die Kaloriendichte der Ernährung erhöhen, helfen moderne Proteinpulver dabei, auch eine Wettkampfdiät erfolgreich gestalten zu können.

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Arnold Schwarzenegger

Ja, auch die Bodybuilding-Legende schlechthin ist mit von der Partie und gehört sogar zu den Produzenten von "The Game Changers". Im Film behauptet er, zu seiner aktiven Karriere sehr viel Fleisch und tierisches Protein gegessen zu haben. Als er älter wurde, habe er jedoch realisiert, dass das gar nicht nötig sei. Auf einer Klima-Versammlung in Paris 2015 sprach der ehemalige Gouverneur von Kalifornien erstmals davon, jetzt weniger Fleisch zu essen, um dadurch den Planeten zu retten [10]. Laut ihm würden 28 Prozent der Treibhausgase durch die Fleischindustrie verursacht werden und die Reduktion der Aufnahme sei demnach ein guter Weg, dem Klimawandel entgegenzukommen.

Anders als es weite Teile des Films propagieren, unterliegt Arnie jedoch nicht dem Schwarz-Weiß-Denken. Zwar ernähre er sich größtenteils von pflanzlicher Nahrung, doch gehören Fleisch und Eier auch weiterhin zu seinem Speiseplan, wie auch ein aktuelles Video der Plattform Men’s Health zeigt. Selbst wenn der siebenfache Mr. Olympia heute komplett auf tierische Lebensmittel verzichten würde, muss man festhalten, dass seine aktive Karriere mittlerweile fast 40 Jahre zurückliegt und er zur damaligen Zeit noch nichts von Veganismus wusste, wie er behauptet. Aber nochmals, wir möchten keineswegs behaupten, dass Muskelaufbau nicht ohne Fleisch und Co. möglich sei!

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Kann man mit einer veganen Ernährung Kraft und Muskulatur aufbauen?

Wie eingangs erwähnt, ist das Ziel dieses Artikels keinesfalls, eine vegane Ernährung schlecht zu reden oder zu behaupten, man könne mit ihr nicht dieselbe körperliche Leistung erbringen wie mit einer Mischkost. Wie wir bereits im Rahmen dieses und weiterer Artikel beschrieben haben, können vegane Sportler sehr wohl eine beeindruckende Menge an Muskelmasse und Kraft aufbauen. Dafür bedarf es jedoch etwas mehr Bedacht bei der Auswahl der Lebensmittel, als es bei einer Mischkost der Fall ist.

Den wohl wichtigsten Faktor stellt hierbei die Proteinaufnahme dar. Pflanzliche Proteinquellen weisen im Vergleich zu tierischen Proteinquellen eine etwas geringere Proteinqualität auf. Das bedeutet, dass sie prozentual etwas weniger essenzielle Aminosäuren liefern, insbesondere Leucin. Vegane Athleten sollten sich daher am oberen Spektrum der optimalen Proteinaufnahme von 1,6 bis 2,2 Gramm je Kilogramm Körpergewicht orientieren, um trotz eines geringeren Anteils auf eine ausreichende Menge essenzieller Aminosäuren zu kommen [11].

Gains ohne Fleisch: So funktioniert optimaler Muskelaufbau für Vegetarier und Veganer!

Die optimale Ernährungsstrategie für den maximalen Muskelaufbau herauszufinden und anzuwenden, ist nicht immer einfach. Gerade Anfänger haben oft Schwierigkeiten damit, die Fülle an Informationen und Meinungen zu filtern und auf ihre Situation zu übertragen. Dass eine erhöhte Proteinzufuhr nötig ist, um die gewünschten Resultate zu erreichen, ist kein Geheimnis, aber wann, welches und wie viel […]

Den schwierigsten Faktor stellt dabei meist jedoch die Tatsache dar, dass natürliche pflanzliche Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Nüsse, Tofu und weitere Lebensmittel im Vergleich zu vielen tierischen Proteinträgern deutlich mehr Fett und/oder Kohlenhydrate pro 100 Gramm Protein enthalten. Aus diesem Grund erweist es sich ohne den Einsatz von Proteinpulvern in der Praxis meist als schwierig, eine optimale Proteinmenge zu konsumieren und gleichzeitig nicht zu viele Kalorien zu sich zu nehmen. Für den Muskelaufbau stellt dies zwar kein Problem dar, doch wenn die Körperfettzunahme minimiert werden soll oder sogar der Abbau der Fettpolster im Vordergrund steht, sollte die Ernährung genauestens durchdacht und geplant werden.

Zusammenfassung und Fazit

Die Zahl an Athleten, die sich vegan ernähren und große sportliche Leistungen zeigen, stieg in den letzten Jahren deutlich an, was auch "The Game Changers" deutlich zeigt. Studien legen nahe, dass eine rein pflanzliche Ernährung hinsichtlich der körperlichen Leistungsfähigkeit einer gesunden Mischkost nicht unterlegen scheint. Der Dokumentarfilm versucht in unseren Augen jedoch, den Zuschauer durch das Spiel mit gesundheitsbezogenen Aussagen und bewusster Panikmache zu dieser Kostform zu "bekehren". Wie wir in diesem Artikel aber zeigen konnten, rühren viele der angeblichen "Beweise" für die Überlegenheit einer pflanzlichen Kost aus einer bewussten Fehlinterpretation wissenschaftlicher Studien und dem Herauslesen von Daten, die die Pro-Argumente bekräftigen, ohne das gesamte Bild der Forschung zu beleuchten.

"The Game Changers" vermittelt größtenteils den Eindruck, als gäbe es nur zwei Seiten. Entweder man esse keinerlei tierische Lebensmittel oder ernähre sich ausschließlich von ihnen. Die meisten Menschen weltweit bedienen sich allerdings einer mehr oder weniger gesunden Mischkost. Wenn wir ein größeres Bewusstsein für eine gesunde, ethische, ökologische und bedarfsgerechte Ernährung schaffen, statt Panik in der Bevölkerung zu schüren, wird sich nicht nur die Gesundheit der Menschen verbessern, sondern sich auch die ernährungsbedingten Auswirkungen auf unseren Planeten minimieren.

Am Ende sollte die Entscheidung hin zu einer veganen Ernährung weder auf Angst noch auf unhaltbaren Aussagen einer Dokumentation beruhen. Wie der überzeugte Veganer und Wissenschaftler Eric Helms, dem wir in unserer Szene eine enorme Expertise beimessen, einst schrieb, sollte das einzige wissenschaftliche Argument für eine pflanzliche Ernährung der ethische Aspekt sein. Selbst dann sei es eine subjektive Entscheidung und abhängig von der eigenen Ethik eines Menschen als Individuum. Wir möchten dazu ermutigen, sich eine eigene Glaubensvorstellung zu bilden, statt blind den Vorstellungen einer Dokumentation zu glauben. Finde heraus, womit du dich ethisch und moralisch gesehen am wohlsten fühlst. Statt den Worten anderer zu folgen wie einer Religion, frage dich selbst, was du persönlich erreichen möchtest.


Quellen:

  1. Curry, Andrew. "The Gladiator Diet: How to eat, exercise, and die a violent death." Archaeology 61.6 (2008): 28-30.
  2. Lösch, Sandra, et al. "Stable isotope and trace element studies on gladiators and contemporary Romans from Ephesus (Turkey, 2nd and 3rd Ct. AD)-implications for differences in diet." PloS one 9.10 (2014): e110489.
  3. Barr, Susan I., and Candice A. Rideout. "Nutritional considerations for vegetarian athletes." Nutrition 20.7-8 (2004): 696-703.
  4. Craddock, Joel C., Yasmine C. Probst, and Gregory E. Peoples. "Vegetarian and omnivorous nutrition—Comparing physical performance." International journal of sport nutrition and exercise metabolism 26.3 (2016): 212-220.
  5. Maruyama, Kazumi, Tomoe Oshima, and Kenji Ohyama. "Exposure to exogenous estrogen through intake of commercial milk produced from pregnant cows." Pediatrics International 52.1 (2010): 33-38.
  6. Li, Zhaoping, et al. "Hass avocado modulates postprandial vascular reactivity and postprandial inflammatory responses to a hamburger meal in healthy volunteers." Food & function 4.3 (2013): 384-391.
  7. Park, Eunyoung, Indika Edirisinghe, and Britt Burton-Freeman. "Avocado fruit on postprandial markers of cardio-metabolic risk: A randomized controlled dose response trial in overweight and obese men and women." Nutrients 10.9 (2018): 1287.
  8. Zeraatkar, Dena, et al. "Effect of lower versus higher red meat intake on cardiometabolic and cancer outcomes: a systematic review of randomized trials." Annals of Internal Medicine (2019).
  9. Yafi, Faysal A., et al. "Erectile dysfunction." Nature reviews Disease primers 2 (2016): 16003.
  10. www.bbc.co.uk/newsbeat/article/35038053/arnold-schwarzenegger-stop-eating-meat-and-save-the-planet
  11. Iraki, Juma, et al. "Nutrition Recommendations for Bodybuilders in the Off-Season: A Narrative Review." Sports 7.7 (2019): 154.
  12. www.body-xtreme.de/bodybuilding-artikel/shock-therapy—das-resultat/2168.htm
  13. www.body-xtreme.de/bodybuilding-artikel/die-ernaehrung/2073.htm
25 Reaktionen zu “Veganer Propagandafilm oder revolutionäre Aufklärung auf Netflix?
  • Sehr guter Artikel – genau meine Meinung. Man sollte das kritisch und differenziert betrachten, was ihr hier eindrücklich vorzeigt. Bin echt positiv von Gannikus überrascht – in letzter Zeit bringt ihr hohen Qualitäts-Content! ;)

    Gruss aus der Schweiz

    Ein neuer Gannikus-Fan.

  • Top Artikel schön neutral analysiert! Props an den Schreiber.
    Vergesst halt nicht das Ideologien immer alles so hinbasteln, das die Ideologie gewinnt. Egal was das jetzt ist.

  • Sehr guter Artikel nur darf die Ethik eines Menschen nicht die Entscheidung eines Individuums sein. Das von uns verursachte Leid und der Schaden ist messbar. Somit wird Ethik objektiv.

    • Hi Yeti

      Vielen Dank für deinen interessanten Einwand.
      In der Doku sagt er, seit 2005 kein Fleisch mehr zu essen. Seit wann genau er vegan lebt wird nicht bekannt.
      Wir werden das im Text editieren.

  • "Wir möchten dazu ermutigen, sich eine eigene Glaubensvorstellung zu bilden, statt blind den Vorstellungen einer Dokumentation zu glauben. Finde heraus, womit du dich ethisch und moralisch gesehen am wohlsten fühlst. Statt den Worten anderer zu folgen wie einer Religion, frage dich selbst, was du persönlich erreichen möchtest."

    Oder blind den Vorstellungen unserer Eltern und Großeltern bzw. allgegenwärtigen Pro-Fleisch-Werbekampagnen glauben. Seit Geburt indoktriniert.

    Nein, dann gehe ich doch lieber den pflanzlichen und somit leidveringernden Weg

    • Zwischen den beiden von dir genannten Schwarz-Weiß-Szenarien liegen aber auch noch einmal Welten :)
      Und noch mal: Gegen die ethischen Gründe ist absolut nix einzuwenden.

  • Endlich mal ein kritischer Artikel, der den Film sachlich beleuchtet und nicht mit Propaganda auf Propaganda antwortet. Beim Artikel von Men’s Health musste ich nach den ersten paar Absätzen aufhören zu lesen.
    Ich bin selber überzeugter Veganer aus gesundheitlichen und ethischen Gründen und fand den Film etwas zu dick aufgetragen und nicht wirklich wissenschaftlich. Dabei wäre das garnicht mal nötig gewesen, wenn man seine Themenschwerpunkte anders gesetzt hätte und die richtigen Studien zitiert hätte. Das Thema Erektionen aufzugreifen fand ich auch eher befremdlich. Klar es geht bei dem Film um die ewige Männlichkeits-Debatte ("Steak – That’s what a man eats"), aber man hätte auch mehr auf Athletinnen eingehen können.
    Insgesamt ist der Film genauso ein Bullshit wie 90% der Bodybuilding-Dokus, aber trotzdem gelungen und bringt eine wichtige Message unter die breite Masse.
    Gerade was Ethik, Ressourcen-Verbrauch und Klima-Schäden angeht.

  • Gutes Resümee!
    Was m.E. noch zu kurz kommt, ist der Aspekt des Resourcenverbrauchs- das hat eher mit Selbsterhaltung der Menschheit als mit Ethik zu tun.
    Aber wie ihr schon richtig sagt: es gibt zwischen 0% und 100% pflanzenbasierter Ernährung viele Zwischenstufen.
    Ein guter Anfang wäre, wenn wir nicht jeden Tag in jeder Kantine Fleisch (schlechter Qualität) zu uns nehmen würden und Freitags dann mal Fisch, sondern eher Mo-Do pflanzlich und mal am WE Fleisch wie früher als das noch was besonderes war und nicht wie heute alles 24/7 zum Tiefstpreis verfügbar.
    Grüße (ein möchte-gern-Veganer und Flexitarier)

  • Ja, die Doku ist hollywood-like…
    Aber muss man deshalb alles relativieren?
    Und dann noch relativieren, dass man relativiert hat?
    Fakt ist, dass das hier auch nur eine Plattform ist, die mit Infos argumentiert, die sie nicht selbst empierisch validiert erarbeitet hat, sondern diese aus externen Quellen bezieht.
    In der Wissenschaft ist es nunmal so, dass die Einen dieses behaupten und die Anderen jenes. Paradoxerweise wird oft auf identische Studien zurückgegriffen, um völlig gegensätzliche Theorien oder Glaubenssätze zu propagieren.
    Fakt ist auch, dass sehr, sehr viele Menschen den Bezug zur Körper-Geist-Seele-Einheit des Seins verloren haben und auf der Suche nach Wahrheit sind. Die Fülle an nicht nachprüfbaren Beweisen und Informationen ist durch unser digitales Zeitalter so unüberblickbar groß geworden, dass ein bisschen Pro-Vegan-Hollywood-Propaganda für den Otto-Normal-Dödel völlig ausreichend ist. Ich glaube nicht, dass das Kernpublikum Hochleistungssportler sein sollen.
    Unsere Essgewohnheiten, vor allem in Bezug auf den Konsum von tierischen Produkten, spielen dabei eine große Rolle, die sehr viele negative Auswirkungen hat und dringend zu überdenken sind. VO
    Und zu guter letzt der wichtigste Fakt überhaupt:
    DIE MUTTER ERDE STIRBT und wir mit ihr…

  • Herzlichen Dank für den gelungenen Artikel =)
    Finde es sehr schön, dass hier echte Fakten auf dem Tisch liegen und keine weichgespülten Hollywood Märchen. Ich habe nichts gegen Veganer, aber gegen Hetze jeglicher Art aufgrund von eigenen Idealen. Rein biologisch ist der Mensch ein Allesfresser. Das ist eine Tatsache. Wer sich also artgerecht ernährt und "alles isst", wird den größten Nutzen aus seiner Ernährung ziehen. Finde es traurig, dass im Film vor allem (vermeintlich) wissenschaftlich argumentiert wird und der Otto Normalverbraucher das mitunter glaubt, weil er es nicht besser weiß. Solche Inhalte als "wissenschaftlich fundiert" zu verkaufen ist gemeingefährlich und eine Beleidigung für gute wissenschaftliche Praxis.

  • Hier wird behauptet, dass Kühe heute so gezüchtet werden, dass sie während der gesamten Schwangerschaft Milch produzieren. Und dass diese Milch nicht für Lebensmittel verwendet wird, sondern erst die nach der Geburt, weil sie zu viele weibliche Hormone beinhaltet. Meines Wissens nach werden Kühe 2 – 3 Monate nachhdem sie gekalbt (und ihnen das Kalb weggenommen wurde) erneut besamt, um eine hohe Milchleistung zu erhalten. Die Schwangerschaft der Kuh dauert ähnlich wie beim Menschen fast 9 Monate. Wird hier jetzt ernsthaft behauptet, dass nur die Milch der dreimonatigen Pause zwischen Geburt und nächster Schwangerschaft genutzt wird? Was passiert mit der anderen? Müssen riesige Mengen sein. Ich höre davon zum allerersten Mal. Wo kann ich dazu etwas nachlesen? Ich denke, dass das ein Irrtum ist bzw. Nichtwissen. Ein großer Teil der Menschen trinkt Milch, weil er glaubt, Kühe müssen gemolken werden und sie würden mit ihrem Milchkonsum etwas Gutes tun. Fühlt sich ja auch viel besser an als den Tatsachen ins Gesicht zu sehen.

  • Mich als fast 50-jähriger hat eigentlich mehr das Experiment mit den Feuerwehrleuten interessiert. Eine Woche Vegan essen und die Cholesterin und Blutwerte waren massiv besser. Ich habe diesen Versuch also unter ärztlicher Aufsicht nachgemacht. Dazu muss ich sagen, dass ich mit 170 cm Körperlänge und 72 Kg. im "normalen" Bereich bin. Ich esse nicht übermässig viel und relativ ausgewogen. Ich habe an einem Dienstagmorgen die ärztlichen Untersuchungen gemacht, Blut wurde abgenommen, Blutdruck gemessen und das Gewicht überprüft. Danach eine Woche Vegan ernährt, was manchmal gar nicht so einfach ist. Es war ein schöner Moment, als ich beim beim Raclette Abend mit Freunden die grünen mini Gurken und 8 kleine Kartoffeln erhielt….smile. Exakt am Dienstag darauf war ich wieder bei meiner Ârztin und habe die selbe Prozedur über mich ergehen lassen. Die Untersuchungen haben ergeben, dass sich weder beim Cholesterin, noch bei den Entzündungswerten oder beim Eisen und Vitamin etwas geändert hat. Dafür ist der Blutdruck leicht angestiegen.

    Mein persönliches Fazit; Ich konnte die Umstellung auf Vegan eigentlich problemlos vollziehen. Die Verdauung hat sich verbessert und ich hatte nie ein Völle Gefühl nach dem Essen. Sprich; das Wohlbefinden hat sich gesteigert. Die vegane Ernährung war aber auch extrem kompliziert. Andauerndes Etiketten lesen, nachfragen was alles drin ist, etc. Alleine das würde mich fertig machen.

    Liebe Grüsse
    Ivan

    • Danke dir für dein Feedback.

      Tatsächlich ist ein großer Faktor bei diesen Werten die Energieaufnahme über die Nahrung allgemein. Mit einer veganen Ernährung ist es deutlich schwerer möglich aus versehen große Kalorienmengen aufzunehmen. Jeder der sich Vegan ernährt, ohne dabei besonders auf die Kalorienaufnahme zu achten, wird automatisch weniger essen, da er viele Lebensmittel aus seiner Ernährung verbannt.
      Deine Gurke und die Kartoffeln werden ja auch deutlich weniger Kalorien gehabt haben als einmal satt essen am Raclette beispielsweise. Der zweite wichtige Faktor ist die Zeit. Derartige Veränderungen in einer Woche nachhaltig zu realisieren ist nahezu utopisch.

      Beste Grüße

  • Ich habe den Film gesehen bevor ich das hier las.
    Ihr haltet was ihr versprecht. Kein schlecht reden.
    Ein wahnsinns Artikel. Ausgezeichnet. Daumen hoch an den/die Schreiber!
    Und Patrick kann ich iwie nu nix mehr glauben.. Ich bin auch kein schwarz weiß Mensch aber dann zu behaupten alles vegan is nu mehr als lächerlich -.-

  • Insgesamt ein sehr interessanter Artikel. Ob die Schwächen in den erwähnten Studien tatsächlich zutreffen kann ich freilich nicht beurteilen.

    Man muss schon festhalten, dass es sich bei "The Game Changers" um einen Beitrag handelt, der möglichst viel Furore erzeugen soll und das auch offen zeigt. Klar gelogen wird scheinbar nirgends – die Interpretationen sind immerhin möglich und öfters auch naheliegend.

    Ihr interpretiert einiges anders – und das ist nachvollziehbar.
    Eines scheint mir jedoch vollkommen fehl interpretiert:
    "Immerhin scheint man bereits vorher gewusst zu haben, zu welchen Ergebnissen das Experiment führen wird."

    Ja natürlich. Denn es handelt sich nicht um einen Test mit offenem Ausgang vor laufender Kamera – wie ihr offenbar voraussetzt, sondern um eine Demonstration von Ergebnissen, bei denen sie sich sicher waren, dass genau diese jedes mal auftreten. Wenn das wirklich so ist, muss man voraussetzten, dass sie es schon viele Male getestet haben.

  • Game Changer ist keine Propaganda !

    die wesentliche Botschaft ist, gesünder zu leben im Einklang mit der Natur, wenn das mit
    10 Milliarden Menschen überhaupt möglich ist mit ihren Eitelkeiten.

    der Fleischkonsum muß drastisch reduziert werden, sonst hat die Menschheit und die Erde in der jetztigen Form keine Chance !!!!

    Selbst die größten und coolsten Fleischesser sollten sich mal Hühnergroßställe, Schweinemastboxen, Tiertransporte und Schlachthöfe anschauen. Ein extremes Leiden nur für schnelles, billiges und zudem sehr ungesundes Fleisch, voll mit Chemie und Dreck.

    Wenn Fleisch dann Spitzenqualität und in Maßen. Game Changer vermarkten kein Produkt !

    Sie regen zum Nachdenken an. Das ist einfach nur toll .

    Jeder muß seinen persönlichen Weg finden, doch die heutige Landwirtschaft muß sofort massiv umdenken, sie vergiften unsere Nahrungsmittel systematisch, und das EU gefördert.

    was für ein Verbrechen an Tieren, Menschen und der Natur !!!

    Game Changer muß nicht zerlegt werden, und im Detail kritisiert werden. es ist bewegend und trifft erstaunlich ins Schwarze.

    Ich bin während meiner Vegan Phasen leistungsfähiger und klarer im Kopf.

    Umdenken, Intelligenz kommt von Einsehen ! ja ich weiß so ein Filetsteak ist einfach genial

  • Großartiger Artikel und hervorragender Zugang.
    Ich bin selbst großer Tierfreund, Vegetarier und studierter Biowissenschaftler, aber die einseitige Darstellung in der Doku war dann doch auch für mich irgendwann zuviel.
    Den größten Zweifel hegte ich an den Ergebnissen hinsichtlich der Blutplasmaanalyse nach der Zentrifugenanwendung.
    Im eurem Bild sieht man nun auch deutlich, dass bei der Fleischprobe der weißliche Untergrund unter dem überstand deutlich gelockert scheint, was darauf schließen lässt, dass die Probe eventuell aufgerührt wurde oder nicht so sauber zentrifugiert wurde wie die andere.

  • Mal ganz einfach gefragt:
    Was spricht denn gegen eine vegane Ernährung?

    Den reinen gesundheitlichen Aspekt mal komplett ausgenommen.

    – Es müssten keine Tiere mehr getötet werden.
    – Es müssten keine Tiere mehr gequält werden.(Massentierhaltung)
    – Es müsste kein Unverhältnismäßiger Wasserverbrauch generiert werden.(den es durchaus auch bei manchen veganen Produkten gibt)
    – Es müssten nicht mehr Millionen Tonnen giftiger Gülle entsorgt werden
    – Es gäbe keine Gammelfleisch Skandale mehr

    Der von Gannikus geschriebene Artikel Ist auch viel zu einseitig. Denn im Film Game changers Wird nicht nur der gesundheitliche, sondern auch der ökologische Aspekt benannt.

    Mich regt einfach immer dieses schwarz-weiß denken auf. Das einem Fleisch produzieren dem Konzern die Veganer Welle gegen den Strich geht, das kann ich nachvollziehen. Aber warum wären sich so viele Menschen per se dagegen?

  • "Sollte","müsste", "würde", "wahrscheinlich" ..
    "Wenn wir wollten, könnten wir alle Aussagen im Film zerlegen.."
    Geht zu verkraften, dass nicht jeder, der etwas aussagen möchte, genügend Zeit hat um alle "Rosinen" des Kuchens zu picken und zu bewerten, allerdings ist es bedauerlich, dass die Vorteile von tierischen Fetten resp. Produkten im Kommentar nicht recht thematisiert worden sind..
    Womöglich!! ist eine Ernährung unter Verwendung tierischer Produkte nicht gesundheitsschädlich, was aber nicht den Schluss zulässt, dass eine solche gesund oder auch nachhaltig sein sollte.
    Im Übrigen halte ich es bei der Anzahl jährlich veröffentlichter wissenschaftlicher Arbeiten für vermessen, zu behaupten, es gibt zu einer Thematik nur "sehr wenige Studien"..
    Zum einen, weil die Identifikation relevanter Papers schwierig ist und zum anderen die qualitative Analyse eben jener gewisse Zeit beansprucht.. bis dahin gibts jedoch schon wieder neue Erkenntnisse;- )
    Einfach seinen Standpunkt mit validen Untersuchungen bzw. präzisen Zusammenfassungen so gut es geht untermauern und gut.

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