Von der Reeperbahn zum IFBB Pro! - Gannikus.de

Die Heiko Kallbach Story: Von der Reeperbahn zum IFBB Pro!

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Wenn man die heutige Generation nach den besten deutschen IFBB Pros fragt, werden die meisten sicherlich Markus Rühl, Dennis Wolf und Ronny Rockel nennen. Alle drei Athleten traten mehrfach beim Mr. Olympia an und konnten die meisten ihrer Konkurrenten in den Schatten stellen. Doch auch Heiko Kallbach zählte zu seiner Zeit zu den massivsten und vor allem stärksten Bodybuildern. Da über ihn und seinen Werdegang nur wenig bekannt ist, nahm der gebürtige Cottbusser seine Zuschauer mit auf eine Reise und erklärte, wie er von der Reeperbahn auf die weltweit größten Bühnen gelangte.

Im Zuge seines neuen Sponsorings durch GN entschloss sich Heiko Kallbach, ein wenig mehr von sich und seinem bisherigen Werdegang preiszugeben. Mit einer Tour über die Reeperbahn oder seiner "Hood" wie er es selbst nennt, beginnt der ehemalige Top Bodybuilder seine Geschichte. Eigenen Angaben zufolge habe er sein ganzes Leben "in diesen Kreisen" verbracht und verdiene auch heute noch hier sein Geld. Obgleich Heiko stets um Ehrlichkeit und maximale Transparenz bemüht sei, wolle er hier nicht weiter ins Details gehen, aber dennoch spannende Einblicke gewähren. Dass nicht jeder ein solches Berufsbild gutheißen könne, wisse und akzeptiere der ehemalige IFBB Pro.

Neben den allseits bekannten Schattenseiten und Problemen, die das Milieu mit sich bringe, habe er dort im Laufe der Jahre viele interessante Charaktere kennenlernen dürfen. Als "The Berlin Wall", wie Heiko Kallbach als Wettkampfathlet genannt wurde, den Kraftsport intensiver verfolgte, habe er in der Hauptstadt gewisse Personen getroffen und sei mehr oder weniger in diese Szene "hineingerutscht". Auch der finanzielle Aspekt habe dabei eine Rolle gespielt, da er selbst keine Lust auf ein "tristes Dasein" gehabt hätte und lieber viel von der Welt sehen wollte, was ihm schlussendlich durch das Leben als professioneller Bodybuilder ermöglicht wurde.

Der Sport habe allerdings nicht erst im jungen Erwachsenenalter, sondern schon ab seinem siebten Lebensjahr eine wichtige Rolle gespielt. Angefangen mit Leichtathletik, Boxen und Judo landete Kallbach schließlich beim Handball, wo er es innerhalb der nächsten sechs Jahre sogar in die Oberliga schaffte. Genau zu dieser Zeit fand der spätere IFBB Pro einige alte Hanteln im Trainingsraum, an denen er sich zunächst ein wenig versuchte. Zunehmend habe er damals Gefallen am "Hantelsport" gefunden und sein Talent erkannt.


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Schon seit seinem siebten Lebensjahr betrieb Heiko Kallbach Leistungssport. Die Disziplin aus Kindertagen setzte er auch als Bodybuilder um und wurde im Jahr 2000 schließlich Profi.

Bevor der heutige GN Athlet jedoch zum Bodybuilding kam, sei er in den Kraftzweikampf gewechselt und habe es auch in dieser Disziplin sehr weit gebracht. So drückte Heiko mit damals 19 Jahren stolze 210 Kilogramm auf der Bank, was ihm prompt den Juniorenrekord der DDR bescherte. Mit immer neuen Übungen und immer härterem Training sei schließlich ein fließender Übergang zum Bodybuilding entstanden. Da das dafür notwendige Wissen anders als heute kaum verfügbar war, habe er sich auf Magazine und die Erfahrungen anderer Sportler verlassen.

Im Jahre 1993 sei der junge Kraftsportler dann endgültig zum Bodybuilding gewechselt und erstmals mit Supplements bzw. "Chemie" in Kontakt gekommen, auf welche sein Körper hervorragend angesprochen hätte. Dank dem extrem schweren Training gepaart mit enormen Kalorienmengen folgten bereits zwei Jahre später die ersten Wettkämpfe, die beide mit dem zweiten Platz abgeschlossen wurden. Leistungssportler durch und durch verbesserte sich Heiko immer weiter, sodass in den Folgejahren mehrere Siege und im Jahre 2000 schließlich der Sprung zum IFBB Pro verbucht werden konnte.


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Mit 125 kg "Trockengewicht" zählte Heiko Kallbach zu den massivsten Bodybuildern seiner Zeit. Der Spitzname "The Berlin Wall" ist demnach selbsterklärend.

Eigenen Angaben zufolge sei Heiko mit 125 Kilogramm Wettkampfform nicht nur einer der massivsten, sondern gemeinsam mit Ronnie Coleman und Markus Rühl sicherlich auch einer der stärksten IFBB Pros aller Zeiten gewesen. 270 Kilo auf der Bank, zehn tiefe Kniebeugen mit 300 Kilogramm und acht Wiederholungen mit 1.000 Kilo auf der Beinpresse seien nur einige Beispiele dafür gewesen. Als Profi habe "The Berlin Wall" aber nie die Anerkennung erfahren, die der körperlichen Leistung gerecht geworden wäre. Demnach wäre Heiko Kallbach damals gerne erfolgreicher gewesen, blickt aber dennoch mit Freude auf die Zeit als Bühnenathlet zurück, die 2008 verletzungsbedingt ein jähes Ende fand. Dank dem Sport habe er viele spannende Leute kennengelernt und die Welt bereisen dürfen.

In diesem Video gewährt Heiko Kallbach seinen Fans einen seltenen Einblick in seinen Alltag und schildert im selben Atemzug, wie der Sport in sein Leben trat und wie genau von der Reeperbahn auf die Bühnen der Welt. Dabei bleibt der IFBB Pro in allen Bereich gewohnt ehrlich, was die Zuschauer sehr zu würdigen wissen.