Wer waren die stärksten Mr. Olympia Gewinner aller Zeiten? - Gannikus.de

Top 4Wer waren die stärksten Mr. Olympia Gewinner aller Zeiten?

Im Bodybuilding kommt es nicht darauf an, wie viel Gewicht ein Athlet bewegt. Niemand fragt auf der Bühne danach, wie viel ein Bodybuilder drücken, heben oder beugen kann. Man muss keine Maximalkrafttests machen, um eine enorme Muskelmasse aufzubauen, jedoch ist das Trainingsgewicht ein probates Mittel zum Zweck. Die mechanische Last, die eine Person im Training bewegt, ist wichtig, um einen Wachstumsreiz herbeizuführen. Doch auch weitere Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Natürlich haben Elite-Powerlifter eine enorme Muskelmasse vorzuweisen, kommen aber an das Volumen eines Bodybuilders auf vergleichbarem Level nicht heran. Ein Bodybuilder sollte dennoch darauf achten, in seinem Wiederholungsbereich unter Beibehaltung einer perfekten Ausführung und Mind-Muscle-Connection die Trainingsgewichte zu steigern, um eine positive Anpassung der Muskulatur herbeizuführen.

Ungeachtet dessen gab es in der Vergangenheit viele Bodybuilder, die auf extrem schweres Training schwörten und auch genetisch dazu in der Lage waren, dies ohne Verletzungen wegzustecken und trotzdem Muskeln aufzubauen. Einige der legendärsten Mr. Olympia Gewinner waren große Verfechter eines solchen Trainings und wenn wir einmal ehrlich sind: Wer trainiert nicht gerne schwer?

Wir stellen euch heute die Top 4 der stärksten Mr. Olympias vor!

Dorian Yates

Den Anfang macht niemand Geringerer als der sechsfache Mr. Olympia Dorian Yates aus England. „The Shadow„, wie er zu seiner aktiven Zeit genannt wurde, ist bis heute bekannt für seine Trainingsphilosophie von extremer Intensität bis hin zum absoluten Muskelversagen, gepaart mit vergleichsweise niedrigem Volumen. Von dieser Art des Trainings baut man selbstverständlich sehr viel Kraft auf, doch war Yates niemals dafür bekannt, spezifisch auf Kraft zu trainieren oder Maximalkrafttests durchzuführen. Ihm ging es nur darum, seine Muskeln so intensiv wie möglich zu beanspruchen und ihnen anschließend die nötige Ruhe zum Wachsen zu geben, was in seinem Fall auch wunderbar funktionierte. Wir können zwar keine spezifischen Kraftwerte für Dorian Yates angeben, doch es ist bekannt, dass er ziemlich beeindruckende Lasten bewältigen konnte.

Besonders der Rücken war eine Stärke von Dorian Yates.

Arnold Schwarzenegger

Arnold Schwarzenegger beim Steinheben

Ob man es glauben mag oder nicht, aber Arnold Schwarzenegger war nicht nur einer der erfolgreichsten Bodybuilder aller Zeiten, Schauspieler und Gouverneur von Kalifornien, er nahm auch an Kraftdreikampf-Wettkämpfen teil. Zu Beginn seiner Bodybuildingkarriere startete „The Austrian Oak“ als Kraftdreikämpfer, weshalb wir einige Zahlen seiner damaligen Maximalkraft kennen. Der 1947 geborene Schwarzenegger nahm 1966 und 1968 an Powerlifting-Wettkämpfen teil und konnte dort persönliche Rekorde von 247 Kilo in der Kniebeuge, 240 Kilo im Bankdrücken und 320 Kilo beim Kreuzheben aufstellen. Im Jahre 1967 startete Schwarzenegger sogar beim Münchner Steinhebe-Wettbewerb und schaffte es dort, einen 254 Kilo (508 Pfund) schweren Stein anzuheben.

Doch bereits 1964 und 1965, im Alter von 17 und 18 Jahren, trat Arnold Schwarzenegger beim olympischen Gewichtheben an. Beim Stoßen bewältigte der junge Mann damals 135 Kilo, wohingegen er beim Reißen 110 Kilo schaffte. Überkopf gedrückt waren es 120 Kilo.


Ronnie Coleman

Ohne jeden Zweifel ist Ronnie Coleman der stärkste Mr. Olympia, der bisher auf der Bühne stand. Bevor er seine acht Mr. Olympia Titel gewann, nahm der 1964 geborene Coleman als Powerlifter an Wettkämpfen teil und blieb dem extrem schweren Training durch seine Karriere hinweg treu. 1994 bestritt Big Ron seinen ersten Powerlifting-Wettkampf, bei dem er 330 Kilo beim Kreuzheben bewältigen konnte. Die beeindruckendsten Gewichte schaffte er jedoch in seinem späteren Training als amtierender Mr. Olympia. Bis heute beeindrucken die Videos seiner 800 Pfund (364 Kilo) Kniebeuge (Equipped) und dem Kreuzheben (Unequipped) mit selbiger Last für jeweils zwei Wiederholungen. Auch das Kurzhantelbankdrücken mit 200 Pfund (90 Kilo) Hanteln ist bis heute unvergessen.

Dass diese Art des Trainings seine Spuren hinterlässt, ist offensichtlich. In den letzten Jahren musste sich der einstige „King Coleman“ zahlreichen Operationen an Wirbelsäule und Hüfte unterziehen. Doch auf die Frage, ob er etwas an seiner Karriere bereue, antwortete der mittlerweile in Rente gegangene Coleman, dass er nichts anders machen würde. Nur die Tatsache, dass er an dem Tag, an dem er die 800 Pfund beugte, keine dritte Wiederholung absolviert hat, obwohl er es wahrscheinlich geschafft hätte, ärgert ihn bis heute.

Ronnie Coleman bereut (fast) nichts!


Franco Columbu

Zwar kann der Italiener Franco Columbu mit „nur“ zwei Mr. Olympia Titeln mit Abstand die wenigsten Bodybuilding-Titel in dieser Liste vorweisen, allerdings führt er sie in Bezug auf die Kraft in Relation zum Körpergewicht an.

Der Mr. Olympia von 1976 und 1981 startete zwischen seinen beiden Siegen des prestigeträchtigsten Wettkampfes im Bodybuilding zeitweise als Strongman und nahm darüber hinaus an Powerlifting-Wettkämpfen teil. Bei einem Körpergewicht von nur etwa 86 Kilo bewältigte der klein gewachsene Columbu beeindruckende 340 Kilo beim Kreuzheben, 302 Kilo in der Kniebeuge und etwa 240 Kilo beim Bankdrücken. Kilogramm für Kilogramm war er damit um einiges stärker als Coleman und Co. und das ohne Equipment, Bandagen oder Zughilfen.

Ronnie Coleman ist ohne jeden Zweifel der stärkste Mr. Olympia, den wir bisher auf der Bühne erleben durften. Seine beeindruckenden Rekorde stellte er aber bei einem Körpergewicht von nahezu 140 Kilo auf. Kein Mr. Olympia kann jedoch bis heute dem wesentlich kleineren und leichteren Franco Columbu das Wasser reichen, wenn es um die Kraft in Relation zum Körpergewicht geht. Mitte der 70er Jahre waren die Gewichte, die er bewegte, nahezu legendär und unerreicht. Zur Glanzzeit Colemans, 20 bis 25 Jahre später, hatten sich Trainingsmethoden sowie der Einsatz leistungssteigernder Mittel wesentlich weiter entwickelt, wodurch moderne Powerlifter heute noch um einiges stärker sind als damals.

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