Tauroursodeoxycholsäure - Wirkung, Nebenwirkungen, Dosierung und mehr - Gannikus.de

TUDCATauroursodeoxycholsäure – Wirkung, Nebenwirkungen, Dosierung und mehr

Während sich insbesondere Anfänger und naturale Athleten zurecht auf Nahrungsergänzungsmittel fokussieren, die ihre allgemeine Gesundheit unterstützen und dem Muskelaufbau zuträglich sind, sollten nicht wenige Bodybuilder darüber hinaus besonderen Wert auf die Gesundheit ihrer inneren Organe wie Leber, Nieren und Herz legen. Leistungssteigernde Mittel wie Steroide und Co. können auf Dauer die Funktion dieser lebensnotwendigen Körperteile erheblich beeinträchtigen. Aus diesem Grund sind vorbeugende Maßnahmen ebenso wichtig wie der sachgerechte Umgang mit derartigen Substanzen, sollte man sich für diesen Weg entschieden haben. Ein Stoff, der häufig zu diesem Zweck zum Einsatz kommt, ist die Tauroursodeoxycholsäure, besser bekannt unter der Abkürzung TUDCA.


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Tauroursodeoxycholsäure, im folgenden als TUDCA bezeichnet, ist ein Salz aus der Gallensäure und findet sich natürlicherweise im Körper. Wenn herkömmliche Gallensalze den Darm erreichen, können sie durch Bakterien in Ursodeoxycholsäure umgewandelt und später mit der Aminosäure Taurin konjugiert werden, um TUDCA herzustellen [1, 2].

TUDCA ist im Gegensatz zu anderen Gallensalzen wasserlöslich. Herkömmliche Vertreter sind in der Regel sowohl wasser- als auch fettlöslich, was nötig für ihre natürliche Aufgabe ist, der Emulsion von Fetten im Darm. Wenn sich Gallensalze jedoch an ihrem Produktionsort, der Leber, aufgrund einer Erkrankung des Organs anstauen, entsteht ein klinischer Zustand namens Cholestase oder Gallenstau, der die Zellmembranen zerstört und somit zum Tod von Zellen führt. TUDCA und weitere wasserlösliche Gallensalze treten mit dieser Toxizität in Konkurrenz und schützen somit indirekt die Zellen vor ihrem Untergang. Aus diesem Grund wird die Substanz selbst in Krankenhäusern zur Behandlung einer Cholestase eingesetzt. Im Bodybuilding sind aber auch andere Wirkungen auf die Leber interessant, die wir später besprechen werden.

Aufnahme und Absorption

Doch zunächst zu den Grundlagen dieses Moleküls. Nach der oralen Einnahme von TUDCA scheint der Gehalt von UDCA stärker angehoben zu werden als nach der Aufnahme von UDCA selbst, da die Konjugation mit der Aminosäure Taurin die Bioverfügbarkeit zu verbessern scheint [3, 4]. Dieser Schritt scheint also der limitierende Faktor zu sein und wird durch die Verwendung von TUDCA umgangen.


Wirkung von TUDCA

Interaktion mit der Leber

Der wohl häufigste Einsatzgrund für TUDCA ist der Schutz der Leber vor Schäden und erhöhten Leberwerten aufgrund der Einnahme verschiedener leistungssteigernder Mittel. Um dies zu verstehen, müssen wir zunächst klären, auf welches Zellorganell die Substanz ihre Wirkung entfaltet.

Das Endoplasmatische Retikulum (ER) ist ein Organell, das hauptsächlich für den Aufbau und Stoffwechsel von Proteinen sowie den Aufbau von Stoffwechselwegen innerhalb der Zelle verantwortlich ist. Oxidativer Stress kann dazu führen, dass das ER Proteine falsch aufbaut, was zur Folge hat, dass das Protein kein Signal oder ein fehlerhaftes Signal überträgt und die Zelle dadurch stirbt [5]. TUDCA hat in Untersuchungen gezeigt, dass es den Stress auf das ER abmildern und die Funktion der Zelle bewahren kann [2, 6, 7].

ER-Stress scheint ein signifikanter Regulator der Leberzellen in Bezug auf Entzündungen, Verletzungen und teilweise das Insulinsignalling zu sein [8, 9]. Daher könnte TUDCA als Stresshemmer in diesem Zusammenhang eine therapeutische  und regenerierende Funktion entfalten, was auch bereits in Studien nachgewiesen wurde [7, 10, 11]. Die dreimonatige Gabe von nur 10 bis 13 Milligramm TUDCA bei Männern mit chronischer Lebererkrankung hat gezeigt, dass es die Proliferationsrate der Leberzellen steigern kann [12].


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Der wohl wichtigste Effekt, der den Einsatz für unterstützte Bodybuilder und Kraftsportler so interessant macht, ist die Reduktion der Gehalte an Leberenzymen. Diese Blutmarker dienen oftmals als klinischer Indikator für eine erhöhte Belastung des Stoffwechselorgans, die insbesondere bei der Verwendung oraler Steroide auftreten kann. Diese Stoffe werden durch eine chemische Veränderung, der 17-Alpha-Alkalyierung, so modifiziert, dass sie nicht sofort von der Leber abgebaut werden können und somit länger an den Muskelzellen wirken. Der Nachteil ist jedoch, dass diese chemische Veränderung zu einem erhöhten Stress auf die Leber führt und sie somit schädigen kann.

Die Supplementierung von TUDCA hat in verschiedenen Studien gezeigt, dass sie diese negativen Begleiterscheinungen effektiv reduzieren kann und somit zu einem Rückgang der Leberenzyme beiträgt [3, 12, 13, 14, 15]. Effektive Dosierungen liegen im Bereich zwischen 200 und 1500 Milligramm pro Tag, wobei die Menge mit dem besten Kosten-Nutzen-Faktor bei 500 Milligramm zu liegen scheint. Höhere Dosierungen sind zwar effektiver, doch nimmt der Nutzen in Relation zur Menge mit steigender Dosis ab.

Insulinsensitivität

Vorläufige Studienergebnisse deuten darauf hin, dass TUDCA ebenfalls die Zellen vor den Auswirkungen eines sehr hohen Blutzuckerspiegels schützt und damit vor einer Insulinresistenz bewahren könnte. Demonstriert wurde dies mit 1750 Milligramm TUDCA pro Tag an übergewichtigen Probanden, die keinen Typ-2-Diabetes oder eine Fettleber aufwiesen [16]. Zwar scheinen diese Ergebnisse für Sportler im ersten Moment recht uninteressant, da körperliche Aktivität sowie ein vernünftiger Körperfettanteil die Insulinsensitivität ohnehin verbessern, doch greifen unterstützte Athleten oft auch zu Substanzen wie Wachstumshormonen, die die Insulinsensitivität künstlich beeinträchtigen können.

Schilddrüsenhormone

Die Verabreichung von TUDCA an Mäuse hat gezeigt, dass der Stoff die Aktivität des Enzyms verbessern kann, welches das relativ inaktive Schilddrüsenhormon T4 in das aktivere T3 umwandelt. Zwar verbesserte sich der Respiratorische Quotient der Tiere, was auf eine höhere Fettoxidation hindeutet, doch konnte innerhalb von sieben Tagen kein Gewichts- oder Fettverlust festgestellt werden [17]. Auch die weiter oben zitierte Untersuchung an übergewichtigen Probanden zeigte innerhalb des vierwöchigen Studienzeitraumes keine Veränderung des Körpergewichts oder der Körperfettmasse [16].


Einnahme und Dosierung von TUDCA

Wie bereits angesprochen, liegen gängige Einzeldosierungen im Bereich zwischen 200 und 1500 Milligramm täglich. Dabei ist zu erwähnen, dass höhere Dosierungen in der Regel effektiver sind, jedoch der Nutzen im Verhältnis zur Menge ab ca. 500 Milligramm abzunehmen scheint. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass man im Falle von erhöhten Leberwerten mit der Einnahme von 500 Milligramm starten könnte und durch wiederholte Messungen evaluieren sollte, ob höhere Mengen notwendig sind oder die Menge eventuell reduziert werden kann.

Die negativen Auswirkungen gewisser Drogen oder leistungssteigernder Mittel auf die Leber sind abhängig vom Stoff selbst, der individuellen Verträglichkeit, der Dosierung sowie weiteren, äußeren Faktoren. Daher sollte die nötige Menge von Fall zu Fall durch regelmäßige Blutanalysen festgestellt werden.

TUDCA wird häufig in Produkten neben anderen Stoffen eingesetzt, die der Lebergesundheit zuträglich sind. Dazu zählen unter anderem N-Acetyl L-Cystein, Mariendistel-Extrakt, Alpha-Liponsäure, Bergamottin (Citrus Bergamot) sowie Curcumin.


Sicherheit und Nebenwirkungen

In Untersuchungen an Probanden nach einer Lebertransplantation konnten mit der Gabe von 500 Milligramm TUDCA pro Tag über ein Jahr keine negativen Begleiterscheinungen festgestellt werden [18]. In einer vierwöchigen Studie wurden 1750 Milligramm täglich ebenfalls gut toleriert [16].


Fazit

Tauroursodeoxycholsäure, abgekürzt TUDCA, ist ein wasserlösliches Gallensalz, welches reduzierende Eigenschaften auf den Stress am Endoplasmatischen Retikulum entfaltet. In Bezug auf die Leber bedeutet das, dass diese Substanz die Zellen vor Schädigungen durch äußere Einflüsse wie lebertoxische Substanzen schützen kann. Daher wird TUDCA im Bodybuilding häufig verwendet, um die negativen Begleiterscheinungen durch die Gabe von leistungssteigernden Mitteln zu reduzieren. In diesem Zusammenhang kann der Stoff die Werte der Leberenzyme im klinischen Blutbild effektiv senken. Dennoch sollte klar sein, dass Steroide und andere Dopingmittel weitreichende Nebenwirkungen auf den gesamten Körper besitzen, die durch die Einnahme dieses Nahrungsergänzungsmittels bei weitem nicht neutralisiert werden können. Weiterhin gilt das Inverkehrbringen, der Besitz, Handel und Konsum dieser Mittel ohne ärztliche Anweisung als rechtswidrig, weshalb sich die Gannikus GmbH von derartigen Praktiken distanziert!


Literaturquellen:

  1. Lepercq, Pascale, et al. „Increasing ursodeoxycholic acid in the enterohepatic circulation of pigs through the administration of living bacteria.“ British journal of nutrition 93.4 (2005): 457-469.
  2. Amaral, Joana D., et al. „Bile acids: regulation of apoptosis by ursodeoxycholic acid.“ Journal of lipid research 50.9 (2009): 1721-1734.
  3. Invernizzi, Pietro, et al. „Differences in the metabolism and disposition of ursodeoxycholic acid and of its taurine‐conjugated species in patients with primary biliary cirrhosis.“ Hepatology29.2 (1999): 320-327.
  4. Setchell, K. D., et al. „Metabolism of orally administered tauroursodeoxycholic acid in patients with primary biliary cirrhosis.“ Gut 38.3 (1996): 439-446.
  5. Bernales, Sebastián, Feroz R. Papa, and Peter Walter. „Intracellular signaling by the unfolded protein response.“ Annu. Rev. Cell Dev. Biol. 22 (2006): 487-508.
  6. Özcan, Umut, et al. „Chemical chaperones reduce ER stress and restore glucose homeostasis in a mouse model of type 2 diabetes.“ Science 313.5790 (2006): 1137-1140.
  7. Mosbah, I. Ben, et al. „Endoplasmic reticulum stress inhibition protects steatotic and non-steatotic livers in partial hepatectomy under ischemia–reperfusion.“ Cell death & disease 1.7 (2010): e52.
  8. Anderson, Christopher D., et al. „Endoplasmic reticulum stress is a mediator of posttransplant injury in severely steatotic liver allografts.“ Liver Transplantation 17.2 (2011): 189-200.
  9.  Lipid-induced endoplasmic reticulum stress in liver cells results in two distinct outcomes: adaptation with enhanced insulin signaling or insulin resistance
  10. Falasca, L., et al. „Protective role of tauroursodeoxycholate during harvesting and cold storage of human liver: a pilot study in transplant recipients. Transplantation 2001; 71: 1268.“ Transplantation 71.9 (2001): 1205-1206.
  11. Ca2+-dependent cytoprotective effects of ursodeoxycholic and tauroursodeoxycholic acid on the biliary epithelium in a rat model of cholestasis and loss of bile ducts
  12. Panella, C., et al. „Does tauroursodeoxycholic acid (TUDCA) treatment increase hepatocyte proliferation in patients with chronic liver disease?.“ The Italian journal of gastroenterology27.5 (1995): 256-258.
  13. Larghi, A., et al. „Ursodeoxycholic and tauro‐ursodeoxycholic acids for the treatment of primary biliary cirrhosis: a pilot crossover study.“ Alimentary pharmacology & therapeutics 11.2 (1997): 409-414.
  14. Crosignani, Andrea, et al. „Tauroursodeoxycholic acid for treatment of primary biliary cirrhosis.“ Digestive diseases and sciences 41.4 (1996): 809-815.
  15. Crosignani, Andrea, et al. „Tauroursodeoxycholic acid for the treatment of HCV-related chronic hepatitis: a multicenter placebo-controlled study.“ Hepato-gastroenterology 45.23 (1998): 1624-1629.
  16. Kars, Marleen, et al. „Tauroursodeoxycholic acid may improve liver and muscle but not adipose tissue insulin sensitivity in obese men and women.“ Diabetes 59.8 (2010): 1899-1905.
  17. Da-Silva, Wagner S., et al. „The chemical chaperones tauroursodeoxycholic and 4‐phenylbutyric acid accelerate thyroid hormone activation and energy expenditure.“ FEBS letters 585.3 (2011): 539-544.
  18. Angelico, M., et al. „One-year pilot study on tauroursodeoxycholic acid as an adjuvant treatment after liver transplantation.“ Italian journal of gastroenterology and hepatology 31.6 (1999): 462-468.
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