Koreanischer Bodybuilder nach Fressanfall querschnittsgelähmt! - Gannikus.de

Nach dem WettkampfKoreanischer Bodybuilder nach Fressanfall querschnittsgelähmt!

Egal, wie gut oder schlecht die Platzierung am Ende war, die meisten Wettkampfbodybuilder belohnen sich nach einer langen, harten Diät mit einer Menge gutem Essen. Bei vielen artet diese „Belohnung“ jedoch derartig aus, dass der Eindruck entstehen kann, sie müssten an einem Abend alles das nachholen, worauf sie 3, 4 oder 5 Monate lang verzichten mussten. Doch einem koreanischen Bodybuilder bekam dieser Essanfall nicht ganz so gut und landete daraufhin im Krankenhaus.

In nur vier Tagen legte der junge Mann ganze 10 kg Körpergewicht aufgrund exzessiven Konsums an Nahrung zu. Dieser extreme Sprung verschob allerdings das Gleichgewicht der Elektrolyte in seinem Körper, woraufhin seine Muskeln Schäden nahmen und er die Kontrolle über seine Beine verlor.

Fallstudie

Forscher am Changwon Gyeongsang National University Hospital beschrieben den Fall eines 28-jährigen Bodybuilders, der fünf Tage zuvor an einem Wettkampf teilnahm, woraufhin er große Mengen an Kohlenhydraten aß und einige Kilos zunahm. Der Bodybuilder bestritt den Gebrauch von Anabolika und anderen Dopingmitteln und wenn ein Wettkampfathlet dies behauptet, glauben wir ihm das natürlich…

In seinem Blut fanden die Forscher Hinweise auf Muskelschäden. Die Konzentrationen seiner Kreatinkinase und Myoglobin waren extrem hoch, wohingegen sein Kaliumspiegel extrem gering war. Nach dem Wettkampf waren die Muskel- und Leberzellen des Mannes sehr arm an Glykogen, vermuten die Forscher. Die Zellen haben aufgrund des Essanfalls sehr viel Glukose aufgenommen, jedoch werden für diesen Prozess Elektrolyte, wie Kalium, benötigt. Anscheinend hatten die Zellen der Muskulatur und Leber so viel Glukose aufgenommen, dass der Kaliumspiegel im Blut dramatisch sank. Dies könnte der Grund dafür sein, dass sich seine Muskulatur abbaute und die Nervenleitbahnen zu seinen Beinen nicht mehr funktionierten.

Behandlung

Die Forscher gaben dem jungen Mann eine Infusion mit Kalium. Diese konnte jedoch nicht verhindern, dass die Blutkonzentrationen der Kreatinkinase und Myoglobin in den darauf folgenden Tagen weiter anstiegen, doch dieser Anstieg war nur kurzfristig. Alle Symptome verschwanden nach sieben Tagen, sodass der Koreaner nach Hause entlassen werden konnte. Der Athlet war also nur vorübergehend gelähmt. Doch die Schäden an seiner Muskulatur sind damit noch nicht repariert.

Die Serumwerte für Kreatinkinase, Myoglobin und Kalium normalisierten sich innerhalb von 7 Tagen.

Zusammenfassung der Forscher

„Zusammenfassend sollten Ärzte mit der steigenden Zahl an Fitnessstudios und jungen Bodybuildern in der Lage sein, mögliche Ursachen für plötzliche und starke Hypokaliämie bei diesen Patienten mit größerer Muskelmasse zu erkennen und zu behandeln, sowie die Patienten entsprechend zu beraten“, schreiben die Forscher

Natürlich haben die meisten Bodybuilder nach einer langen, harten Diät das Verlangen, wieder mehr zu essen und sich vor allem die Lebensmittel zu gönnen, auf die man in der Vorbereitung verzichten musste. Dennoch sollte diese Fallstudie ein Beispiel dafür sein, was schiefgehen kann, wenn man es zu sehr übertreibt. Daher sollte man trotz dem scheinbar unbändigen Heißhunger immer auch ein wenig an seine Gesundheit denken!


Primärquelle: ergo-log.com/carb-binge-after-competition-paralyzes-bodybuilder.html

Studienquelle: Lee, Tae Won, et al. „Severe hypokalemic paralysis and rhabdomyolysis occurring after binge eating in a young bodybuilder: Case report.“ Medicine 96.40 (2017).

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