Wie stark stimuliert Insulin den Muskelaufbau? - Gannikus.de

Endogen und Exogen: Wie stark stimuliert Insulin den Muskelaufbau?

Den Begriff Insulin kennen wohl die meisten Menschen in der westlichen Zivilisation, egal ob sie sich mit Ernährung beschäftigen oder nicht. Das Peptidhormon besitzt in der allgemeinen Bevölkerung einen eher schlechten Ruf, da es zur Speicherung von Körperfett führen soll. Im Bodybuilding hingegen wird Insulin eingesetzt, um den Muskelaufbau zu steigern. Wenn es um den Aufbau eines muskulösen und zugleich schlanken Körpers geht, scheinen sich diese beiden Punkte auf den ersten Blick zu widersprechen, wodurch es zu Verwirrung kommen kann. Im heutigen Artikel wollen wir deshalb klären, wie sehr körpereigenes, aber auch exogen zugeführtes Insulin den Muskelaufbau stimuliert und weshalb das Hormon nicht automatisch dick macht.

Was ist Insulin und was sind seine Aufgaben?

Bei Insulin handelt es sich um ein Peptidhormon, welches im Pankreas, auch bekannt als Bauchspeicheldrüse, produziert wird. Seine wesentliche Aufgabe ist es, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Nehmen wir Kohlenhydrate über die Nahrung auf, werden sie in unserem Verdauungssystem in Zucker gespalten und in das Blut absorbiert. Während in unserer Ernährung verschiedene Zucker in freier Form vorkommen, werden die meisten "komplexen" Kohlenhydrate in Glukose gespalten, weshalb dieser Einfachzucker die wichtigste Form in unserem Blut darstellt.

Damit die Glukose in den Muskel- und Fettzellen ankommt, wo sie gespeichert oder verbrannt werden kann, schüttet der Pankreas Insulin aus. Das Organ verfügt über Rezeptoren, die den Glukosegehalt im Blut "messen" und die Produktion des Hormons dahingehend anpassen können. Insulin dockt daraufhin an spezifische Rezeptoren auf den Zielzellen an, wodurch wiederum Transportmoleküle an die Zelloberfläche befördert werden. Diese sorgen dann dafür, dass die Glukose aus dem Blut in die Zellen aufgenommen wird.

>> Bei Muscle24.de könnt ihr freshe Trainingsbekleidung zum Bestpreis bestellen! <<

In den unterschiedlichen Geweben und Zellen des Körpers befinden sich unterschiedliche Glukosetransporter, abgekürzt GLUTs. Während GLUT1 bis GLUT3 ohne Insulin arbeiten können, um Glukose in die Zellen zu befördern, verfügen Muskel- und Fettzellen hauptsächlich über GLUT4, welcher nur durch das Vorhandensein von Insulin an der Zelloberfläche erscheint. Man spricht von einer hohen Insulinsensitivität, wenn nur wenig Insulin dafür nötig ist, ausreichend GLUT4 zu aktivieren. Eine schlechte Insulinsensitivität liegt vor, wenn der Pankreas sehr viel Insulin ausschütten muss, um eine bestimmte Menge an Glukose in die Zellen zu schleusen.

Insulin Muskelaufbau
Insulin sorgt dafür, dass Glukosetransporter in die Oberfläche von Muskel- und Fettzellen eingebaut werden und die Glukose auf dem Blut in die Zellen schleusen können. Bild verändert nach https://www.pharmawiki.ch/

Insulin und das Körperfett

In den Zellen selbst findet allerdings noch mehr statt. Insulin sorgt dafür, dass die Zellen vermehrt Kohlenhydrate zur Energiegewinnung heranziehen, da Insulin unter normalen Umständen immer bedeutet, dass genügend Kohlenhydrate vorhanden sind. In diesem Fall muss der Körper daher nicht die gespeicherten Fette verwenden, um Energie zu erzeugen. So hemmt Insulin die Fettverbrennung und fördert die Einlagerung von Fettsäuren in das Gewebe. Das ist jedoch weniger dramatisch, als es zunächst klingt, denn ob wir langfristig Körperfett zunehmen oder abbauen, entscheidet die Kalorienbilanz.

Nehmen wir täglich genauso viel Energie über die Nahrung auf, wie wir verbrennen, gibt es zwischen den Mahlzeiten immer Phasen, in denen der Blutzucker- und Insulinspiegel niedriger sind und daher vermehrt Fette verbrannt werden. Aus diesem Grund haben Studien gezeigt, dass kohlenhydratreiche Diäten nicht weniger gut für den Fettabbau geeignet sind als eine kohlenhydratarme Ernährung, solange das Kaloriendefizit sowie die Proteinaufnahme identisch sind [1].

Insulin Muskelaufbau Körperfett
Zwar hemmt Insulin die Fettverbrennung, doch wird es im Rahmen einer ausgeglichenen Energiebilanz oder eines Kaloriendefizits immer Phasen geben, in denen der Insulinspiegel niedrig ist und daher die Fettverbrennung dominiert.

Wie beeinflusst Insulin den Muskelaufbau?

Tatsächlich schienen sich die Wissenschaftler in der Vergangenheit nicht ganz einig darüber zu sein, wie effektiv Insulin für den Muskelaufbau ist. Aus diesem Grund hat eine Gruppe Forscher ein systematisches Review durchgeführt, um diese Frage zu beantworten [2]. Dabei sah man sich im Speziellen die Auswirkungen von injiziertem Insulin an anstatt die körpereigene Produktion in Reaktion auf die Nahrungsaufnahme. Grund dafür war die Tatsache, dass die Nahrungsaufnahme nicht nur zur Freisetzung von Insulin führt, sondern eine ganze Reihe weiterer Prozesse im Körper beeinflusst. Dadurch ist es schwierig auseinanderzuhalten, welche Effekte vom Insulin ausgelöst wurden und welche nicht.

Der Effekt von Insulin auf die Muskelproteinsynthese

Bevor wir uns den Ergebnissen des Reviews widmen, müssen wir zunächst die Hintergründe klären, welchen Einfluss Insulin auf den Muskelaufbau über den Mechanismus der Muskelproteinsynthese (MPS) entfalten kann. Im Grunde gibt es dafür zwei Möglichkeiten. Die erste ist, dass Insulin den zellulären Stoffwechselprozess, der den Muskelaufbau steuert, direkt anspricht. Einfach ausgedrückt, geht Insulin zu den Zellen und beschleunigt den Muskelaufbau auf direktem Wege. Die zweite Möglichkeit stellt der gesteigerte Blutfluss zu den Muskelzellen dar. Dadurch können mehr Nährstoffe, Hormone und ähnliche Dinge zur Zelle gelangen und dort die MPS triggern sowie Bausteine für das Muskelwachstum zur Verfügung stellen.

Mythen und Fakten: Die Wahrheit über Kohlenhydrate am Abend!

Kohlenhydrate am Abend machen dick. Da wir uns im Schlaf nicht intensiv bewegen, verbrennen wir so gut wie keine Kohlenhydrate, weshalb sie unweigerlich in Körperfett umgewandelt werden, wenn wir sie spät am Abend zu uns nehmen. So oder so ähnlich klingt die Argumentationskette vieler Diäten, die in den vergangenen Jahrzehnten die Hausfrauenzeitschriften dominierten. Wie viel […]

Der Effekt von Insulin auf den Muskelaufbau im Zusammenhang mit Aminosäuren

Nachdem die Reviewer die gesamte Literatur zusammengetragen hatten, fanden sie heraus, weshalb die Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen kamen. Etwa die Hälfte von ihnen berichtete über eine gesteigerte MPS, wohingegen die andere Hälfte keine Verbesserung feststellte. Der Unterschied lag darin, dass in vielen Untersuchungen nicht nur Insulin injiziert wurde, sondern ebenfalls hohe Dosierungen von Aminosäuren, die als "Baumaterial" dienen sollten, um die MPS zu "füttern". Diese Arbeiten kamen zur Erkenntnis, dass die Gabe von Aminosäuren in Kombination mit Insulin den Muskelaufbau steigert. Allerdings konnten sie nicht beobachten, dass Insulin die MPS stimuliert, da die Infusion von Aminosäuren allein dazu in der Lage war, das Muskelwachstum anzuregen.

Stattdessen fand man heraus, dass die Gabe von Insulin in unterschiedlichen Mengen keinen dosisabhängigen Effekt auf den Muskelaufbau hat, solange genügend Aminosäuren im Blut vorhanden sind. Anzumerken ist dabei, dass es sich bei allen Insulin-Dosierungen um Mengen handelte, die in Reaktion auf eine Mahlzeit vom Körper selbst produziert werden könnten. Den Effekt von supraphysiologischen Mengen Insulin auf den Muskelaufbau werden wir gleich besprechen.

Insulin Muskelaufbau
Zwar steigerte die Kombination von Aminosäuren und Insulin den Muskelaufbau, allerdings hatte die Dosierung des Insulins keinen Effekt auf die Rate der MPS. Grafik verändert nach Primärquelle.

Die Studien, die das Hormon in Abwesenheit von Aminosäuren verabreicht haben, sind an dieser Stelle nicht brauchbar, um den Effekt von Insulin auf den Muskelaufbau zu erforschen. Der Grund dafür ist, dass Insulin allein dafür sorgt, dass der Gehalt von Aminosäuren im Blut sinkt. Da Aminosäuren aber die MPS stimulieren und allein schon als Baustoff für neue Proteine notwendig sind, haben sich diese Untersuchungen quasi selbst in den Fuß geschossen. Es ist kein Wunder, dass Insulin den Muskelaufbau nicht steigert, wenn keine Aminosäuren vorhanden sind.

Steigern supraphysiologische Mengen von Insulin den Muskelaufbau?

Alle bisher besprochenen Ergebnisse beziehen sich auf Insulinmengen, die ein gesunder Körper in Reaktion auf eine kohlenhydratreiche Mahlzeit selbst produzieren kann. Einige Bodybuilder dagegen verwenden ein Vielfaches dieser Menge, um die MPS über das natürliche Maß hinaus zu steigern. Wie bei so vielen leistungssteigernden Mitteln wurde diese Praktik aus ethischen Gründen kaum untersucht. Die Gründe dafür sind, dass dieses Vorgehen zum einen sehr gefährlich sein kann und zum anderen auch nur für eine sehr kleine Gruppe der Bevölkerung interessant ist. Daher werden solche Studien zum einen kaum zugelassen und zum anderen kaum finanziert.

Die wenigen Studien, die es allerdings gewagt haben, kamen zu dem Schluss, dass eine supraphysiologische Menge Insulin den Muskelaufbau stärker steigern kann als eine physiologische Dosierung. Die eine Studie, die dafür besonders relevant und aussagekräftig ist, verabreichte keine hohen Dosierungen von Aminosäuren in Kombination mit Insulin, um den Muskelaufbau zu unterstützen, sondern lediglich eine Menge, die den Aminosäurenspiegel im Blut auf einem normalen Level halten sollte [3]. Dadurch wurde verhindert, dass die zusätzliche Gabe von Insulin die MPS beeinträchtigt. Die Menge an Aminosäuren reichte allerdings auch nicht aus, um die MPS eigenständig zu maximieren.

Insulin Muskelaufbau
Während eine maximale körpereigene Insulinproduktion die MPS nicht stärker anregen kann als Aminosäuren allein, zeigten Untersuchungen, dass die supraphysiologische Gabe von Insulin den Muskelaufbau maximieren kann [3]. Grafik verändert nach Primärquelle.

Welchen Einfluss hat das Alter auf die Rolle von Insulin beim Muskelaufbau?

Bisher konnten wir sehr gut feststellen, unter welchen Umständen Insulin für den Muskelaufbau funktioniert und unter welchen nicht. Dennoch hat das Review eine Menge weiterer interessanter Studien parat, die in keine der zuvor genannten Kategorien passen und dennoch unterschiedliche Ergebnisse zeigen. Alle verbleibenden Untersuchungen haben das Problem der Aminosäuren in Reaktion auf die Infusion von Insulin auf eine von zwei Arten gelöst.

Die erste von ihnen ist, den Aminosäurenspiegel im Blut auf einem normalen Niveau zu halten, welches nicht hoch genug ist, um allein die MPS zu steigern. Die zweite ist, Insulin nur lokal in den Blutkreislauf eines Muskels zu injizieren, beispielsweise in den eines Beines. Somit hat das Hormon keinen Effekt auf den restlichen Körper aber das Bein wird stetig mit frischem Blut und Nährstoffen versorgt.

Den letzten Schritt, den die Reviewer vornahmen, war, die Studien nach dem Alter der Probanden zu separieren. Der Grund dafür waren bestehende Hinweise darauf, dass ältere Menschen weniger stark auf Insulin ansprechen, was den Muskelaufbau angeht. Tatsächlich nimmt die MPS-Rate im Alter auch in Reaktion auf Aminosäuren ab, weshalb der Proteinbedarf im Alter steigt. Dabei fand man drei Studien, die bei älteren Menschen keine gesteigerte MPS feststellen konnten, aber eine, die einen solchen Effekt nachwies. Diese eine Studie verwendete außerdem die höchste Dosierung von Insulin. Deshalb schlussfolgerte man, dass der Effekt von Insulin auf den Muskelaufbau bei älteren Menschen abnehmend sein könnte. Wie bereits angemerkt, spielen dabei aber auch die Aminosäuren eine wichtige Rolle.

Wirklich nur eine Zahl? - Wie der Muskelaufbau im Alter beeinflusst wird!

Wenn wir altern und in die Jahre kommen, verlieren wir bekanntlich Muskelmasse und Kraft. Dieser Prozess wird in der Medizin auch als Sarkopenie bezeichnet. "Sarx" ist griechisch und bedeutet Fleisch und "penia" heißt so viel wie Verlust oder wenig. Niemand will es wahrhaben, aber es wird uns alle ereilen. Aus diesem Grund sollten wir ein […]

Steigert Insulin den Muskelaufbau oder nicht?

Die Reviewer wollten diese Frage, ob Insulin den Muskelaufbau steigert oder nicht, abschließend beantworten und zogen bei der Analyse der Studien die folgenden vier Faktoren in Betracht:

  • ob Aminosäuren in hohen Dosierungen zusammen mit dem Insulin injiziert wurden
  • ob der Aminosäurenspiegel im Blut sank
  • ob der Insulinspiegel im Blut physiologisch oder supraphysiologisch war
  • ob die Probanden jung oder alt waren

Dennoch konnte keine vollkommene Übereinstimmung der Ergebnisse gefunden werden. Von 21 Studien, die übrig blieben, kamen acht zu dem Schluss, dass Insulin den Muskelaufbau steigert, und 13 Studien beobachteten, dass das Hormon keinen signifikanten Einfluss auf die MPS hat. Somit schlussfolgerte das Review, dass die Mehrheit der Daten darauf hindeutet, dass die endogene Produktion von Insulin den Muskelaufbau bei gesunden, jungen Erwachsenen nicht steigert.

Nur schwer macht schwer? - Welche Faktoren zum Muskelwachstum durch Training führen!

Wenn es darum geht, Muskulatur und Kraft aufzubauen, ist das Training wohl die wichtigste Säule von allen. Während natürlich auch die Ernährung und die Regeneration essenziell für die optimalen Voraussetzungen zur Hypertrophie gehören, wird ohne einen entsprechenden Trainingsreiz nur wenig passieren. Um das bestmögliche Endresultat zu erhalten, reicht es jedoch nicht aus, einfach nur Hanteln […]

Die Auswirkungen auf die Praxis

Wie können wir das bisher aus diesem Artikel gewonnene Wissen in die Praxis umsetzen? Gehen wir dafür zurück zu den Bodybuildern, die sich Insulin in so hohen Dosierungen injizieren, dass sie nicht vom Körper selbst auf natürlichem Wege produziert werden könnten. Dieses Vorgehen scheint effektiv zu sein, um die MPS zu steigern. Allerdings ist es auch sehr gefährlich und auf Dauer gesundheitsschädlich, weshalb wir an dieser Stelle davon abraten müssen.

Lohnt es sich für "normale" Athleten, die kein exogenes Insulin verwenden, den Spiegel des Hormons durch eine gezielte Ernährung zu beeinflussen? In der Fitnesswelt ist es immerhin gebräuchlich, nach dem Training einen Shake bestehend aus Whey Protein und kurzkettigen Kohlenhydraten zu sich zu nehmen, um gleichzeitig eine hohe Menge schnell verfügbarer Aminosäuren zu liefern und den Insulinspiegel stark in die Höhe zu treiben.

Mythos oder Fakt? - Das anabole Fenster nach dem Training auf dem wissenschaftlichen Prüfstand!

Direkt nach dem Training, am besten mit dem Fallenlassen der letzten Hantel, sollst du einen Proteinshake mit kurzkettigen Kohlenhydraten trinken und anschließend eine große, protein- und kohlenhydratreiche Mahlzeit essen. Dieses Paradigma hat sich wohl in viele Köpfe eingebrannt. Jahrzehntelang haben Bodybuilder jenen Ansatz befolgt und immer wieder gepredigt. Grund dafür sei, dass der Körper nach […]

Die oben zitierte Studie von Greenhaff et al. zeigte bereits, dass es zu keiner weiteren Steigerung der MPS kommt, wenn der Insulinspiegel über das Maß angehoben wird, welches man von einer normalen gemischten Mahlzeit erwarten kann [4]. Unterstützt wird dieser Zusammenhang durch zahlreiche Studien, die eine robuste Proteinmenge allein mit der zeitgleichen Aufnahme von Kohlenhydraten verglichen und dabei keine weitere Steigerung der MPS feststellen konnten [5].

Viel wichtiger als die Aufnahme von Kohlenhydraten nach dem Training ist die Einnahme einer hochwertigen Proteinquelle. Die Zufuhr von Protein in den Stunden nach dem Training besitzt einen positiven Einfluss auf den Muskelaufbau und die Entwicklung der Kraft [6]. Zwar ist der Unterschied nur gering, doch wenn es um die Maximierung der Muskelproteinsynthese und damit der Regeneration und des Muskelaufbaus geht, sollte die Aufnahme einer schnell verfügbaren Proteinquelle wie Whey Protein im besten Fall innerhalb der ersten Stunde nach dem Training stattfinden [6].

Insulin Muskelaufbau Wheyprotein
Auf www.gannikus-original.de könnt ihr unser cremiges, kräftiges und leckeres Verum Whey kaufen.

Wie wichtig ist das Insulin für die Auffüllung der Glykogenspeicher?

Wenn wir trainieren, verbrauchen unsere Muskeln Kohlenhydrate in Form von gespeichertem Glykogen. Ein Muskel kann dabei nur das Glykogen verbrauchen, was in ihm selbst gespeichert ist oder aus der Leber in das Blut abgegeben wird. Beanspruchen wir den Bizeps, können also keine Kohlenhydrate zur Energiegewinnung genutzt werden, die wir in unserem Quadrizeps oder der Brustmuskulatur gespeichert haben. Das Ausmaß des Glykogenverbrauchs hängt maßgeblich vom absolvierten Trainingsvolumen, der Intensität sowie der Dauer der Trainingseinheit ab und beträgt im Krafttraining durchschnittlich 24 bis 40 Prozent [7]. Zudem trägt Glykogen zu rund 80 Prozent der Energiegewinnung in hoch intensiven Belastungen wie dem Krafttraining bei [8].

Die zusätzliche Aufnahme von Kohlenhydraten nach dem Krafttraining über eine adäquate Proteinmenge hinaus scheint zwar nicht nötig, um die Muskelproteinsynthese (MPS) maximal zu stimulieren, allerdings sind gefüllte Glykogenspeicher essenziell, wenn es um die maximale Performance beim Krafttraining geht [8]. Deshalb sollte darauf geachtet werden, bis zur nächsten Trainingseinheit ausreichend Kohlenhydrate aufzunehmen, um das erneute Training mit ausreichend Brennstoff zu versorgen.

Dafür ist es aber nicht nötig, mithilfe kurzkettiger Kohlenhydrate und Zucker direkt nach dem Training zu versuchen, die Speicher schnellstmöglich aufzufüllen und dabei einen maximalen Insulinausstoß zu erzeugen. Sofern du dich nicht in einer extremen Low-Carb-Diät befindest, sollten sich deine Glykogenspeicher allein durch die normale Ernährung zwischen zwei Trainingseinheiten einer Muskelgruppe wieder auffüllen. 

Fazit und Zusammenfassung

Im Rahmen hoch intensiver Belastungen, wie sie im Krafttraining der Fall sind, verbrauchen unsere Muskeln zum größten Teil Kohlenhydrate als Energiequelle. Wenn wir diesen Makronährstoff aufnehmen, kommt es unweigerlich zur Ausschüttung des Hormons Insulin, welches dafür sorgt, dass die Kohlenhydrate über den Glukosetransporter 4 in die Muskel- und Fettzellen gelangen. Insulin gilt jedoch nicht nur als Speicherhormon, sondern kann ebenfalls die Muskelproteinsynthese anregen. Zahlreiche Studien zeigen allerdings, dass die Menge an Insulin, die unser Körper selbst produzieren kann, die Rate der MPS nicht weiter steigert, solange genügend Aminosäuren im Blut sind, welche ohnehin als "Baustoff" für neues Muskelprotein dienen.

Bezüglich einer supraphysiologischen Dosierung von Insulin gibt es nur wenige Studien, die die Auswirkungen auf die MPS erforscht haben. Diese deuten darauf hin, dass eine Menge, die die natürliche Produktion um ein Vielfaches übersteigt, die MPS stärker aktivieren kann als innerhalb des physiologischen Bereiches. Daraus folgt, dass Personen, die kein Insulin zu leistungssteigernden Zwecken verwenden, keinen Vorteil durch eine bewusste Manipulation der körpereigenen Produktion nach dem Training haben. Der Missbrauch von Insulin zu Dopingzwecken kann dagegen effektiv sein, gilt jedoch als äußerst gefährlich und auf Dauer gesundheitsschädlich, weshalb wir ausdrücklich davon abraten.

Cremig, kräftig, lecker
Unser Favorit aus über 7 Jahren Produktreviews. In dieser Zeit haben wir zahlreiche Produkte auf dem Markt getestet und bewertet. Dabei ist uns eines aufgefallen. Kein Whey hat es bisher geschafft, einen kräftigen, vollmundigen und leckeren Geschmack mit einer Cremigkeit zu kombinieren, dass sie mit einem Milkshake vergleichbar ist. Deshalb haben wir es entwickelt, das unserer Meinung nach cremigste und vollmundigste Whey Protein, unser GANNIKUS Original Verum Whey.

https://www.instagram.com/p/CGuoDw3Cpzt/


Primärquelle: Jorn Trommelen: "Does Insulin Stimulate Muscle Growth?", www.nutritiontactics.com

Literaturquellen:

  1. Aragon, Alan A., et al. "International society of sports nutrition position stand: diets and body composition." Journal of the International Society of Sports Nutrition 14.1 (2017): 16.
  2. Trommelen, Jorn, et al. "Mechanisms in endocrinology: exogenous insulin does not increase muscle protein synthesis rate when administered systemically: a systematic review." European journal of endocrinology 173.1 (2015): R25-R34.
  3. Hillier, Teresa A., et al. "Extreme hyperinsulinemia unmasks insulin’s effect to stimulate protein synthesis in the human forearm." American Journal of Physiology-Endocrinology And Metabolism 274.6 (1998): E1067-E1074.
  4. Greenhaff, Paul L., et al. "Disassociation between the effects of amino acids and insulin on signaling, ubiquitin ligases, and protein turnover in human muscle." American Journal of Physiology-Endocrinology and Metabolism 295.3 (2008): E595-E604.
  5. Schoenfeld, Brad Jon, and Alan Albert Aragon. "Is There a Postworkout Anabolic Window of Opportunity for Nutrient Consumption? Clearing up Controversies." journal of orthopaedic & sports physical therapy 48.12 (2018): 911-914.
  6. Schoenfeld, Brad Jon, and Alan Albert Aragon. "Is There a Postworkout Anabolic Window of Opportunity for Nutrient Consumption? Clearing up Controversies." journal of orthopaedic & sports physical therapy 48.12 (2018): 911-914.
  7. Knuiman, Pim, Maria TE Hopman, and Marco Mensink. "Glycogen availability and skeletal muscle adaptations with endurance and resistance exercise." Nutrition & metabolism 12.1 (2015): 1-11.
  8. Iraki, Juma, et al. "Nutrition recommendations for bodybuilders in the off-season: A narrative review." Sports 7.7 (2019): 154.
2 Reaktionen zu “Wie stark stimuliert Insulin den Muskelaufbau?
  • Aber wie funktioniert denn dann die anabole Diät?
    Hier wird ja an zwei Tagen massiv Kohlenhydrate + viel Fett und nur wenig Eiweiß konsumiert!
    Dies soll Wachstumshormone durch Insulinschock fördern.
    Laut euch geht die M P S nicht ohne Eiweiß!

    • Hi Totto

      Da hast du bei der anabolen Diät etwas falsch verstanden.
      Bei dieser zyklische ketogenen Diät werden an den meisten Tagen sehr wenige Kohlenhydrate gegessen und viel Fett. An den Ladetagen wird dagegen kaum Fett aber viele Kohlenhydrate gegessen, um die Glykogenspeicher aufzufüllen. Eiweiß wird aber wie in jeder sinnvollen Ernährungsform immer verzehrt. Die Muskelproteinsynthese kann ohne Protein nicht funktionieren

Was denkst du hierüber?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.