Wie sich ein Testosteronmangel an der Stimme erkennen lässt! - Gannikus.de

Im AlterWie sich ein Testosteronmangel an der Stimme erkennen lässt!

Wir alle wissen, dass ein niedriger Testosteronspiegel allerlei Nachteile mit sich bringt und unter anderem sowohl einen Muskelabbau wie auch eine Schwächung des Immunsystems nach sich ziehen kann. Aber wusstest du, dass man ein Defizit dieses Hormons auch tatsächlich akustisch wahrnehmen kann? Dabei ist die Stimme doch das Kommunikationsinstrument schlechthin, mit dessen Hilfe wir uns der Welt in unvergleichlich differenzierter Weise mitteilen! In diesem Artikel erläutern wir dir die mitunter drastischen Auswirkungen einer Verminderung des Testosteronspiegels auf den Stimmapparat.

Ein niedriger Testosteronspiegel verschafft sich Gehör

Es ist recht leicht, am bloßen Aussehen einer Person einen niedrigen Testosteronspiegel zu erkennen. Sie wird nur über einen geringen Muskeltonus verfügen, ein bisschen zu viel Fett mit sich herumtragen und einen ermatteten Augenglanz haben. Sie läuft unter Umständen anders, macht kleine und unsichere statt große und selbstbewusst anmaßende Schritte und meist ist ein Mangel an Energie und auf diffuse Weise auch ein Mangel an Präsenz wahrzunehmen oder zu spüren.

Allerdings können Menschen mit niedrigem Testospiegel sich auch anders anhören, insbesondere wenn sie bereits fortgeschrittenen Alters sind: Ihre Stimme ist schwächer und manchmal auch etwas kratzig und scheppernd. Wenn sie sprechen, hört es sich beinahe so an wie das Knarzen der Scharniere an alten Särgen, die manchmal in Vampirfilmen zu sehen sind. Es ist einfach die klassische Altmänner- oder Altfrauenstimme, wie man sie schon so oft gehört hat. Diese Veränderung der Stimmqualität und Tonlage nennt sich Presbyphonie und hat eine Menge mit einem reduzierten Testosteronspiegel zu tun.


Ist der Testosteronspiegel doch nicht vom Alter beeinflusst?


Das Wachstum der Stimmbänder

Wenn ein Junge in die Pubertät kommt und allmählich zum jungen Mann heranreift, wird sein Körper einer wahren Testosteronflut ausgesetzt. Das führt nicht nur zu einem deutlichen Muskelwachstum, sondern beeinflusst neben dem Bartwuchs und der Verbreiterung des Kiefers auch seine Stimme. Die Stimmbänder beginnen sowohl der Länge als auch der Dicke nach zu wachsen. Waren die Stimmbänder des Knaben einst so dünn und hochgespannt wie die Saiten einer Violine, so verwandelt sie das Testosteron in ein tieferes, resonantes Cello.

Testosteron erhöht auch die Größe der Muskulatur und Sehnen der Stimmbänder, wodurch der Gesamteffekt einer Vertiefung der Stimme um ca. eine Oktave hervorgerufen wird. Auch die Stimmbänder der Frau werden durch die verstärkten Hormonausschüttungen in der Pubertät beeinflusst, aber ihre Stimme senkt sich nur um ungefähr ein Drittel einer Oktave ab. Die männliche wie die weibliche Stimme verändern sich dann während der restlichen Jugend und ihres jungen und mittleren Erwachsenenlebens kaum noch, sofern keine systemische Erkrankung, eine exzessive Verschmutzung, eine Verletzung, starkes Rauchen oder Schreien die Stimmbänder beeinträchtigt.


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Das Instrument braucht neue Saiten

Allerdings ändert sich die Stimme teils dramatisch, sobald der Testosteronspiegel zu sinken beginnt. Die Muskeln der Larynx, das heißt des Stimmkastens, nehmen an Größe ab, und die kollagenen Fasern reduzieren sich in ihrer Zahl. Das führt zu einer Versteifung des Stimmapparates. Diese Versteifung sorgt bei älteren Frauen üblicherweise dafür, dass ihre Stimmen tiefer werden, während die Stimme älterer Männer eher höher wird, weil sich die Tonlage verändert, sodass die Vibrationsgeschwindigkeit der Stimmbänder beeinflusst wird.

Diese Vibrationsgeschwindigkeit wird vor allem durch die Länge und Dicke der Stimmbänder sowie die Funktionstüchtigkeit, das heißt die Kontraktions- und Entspannungsfähigkeit der umliegenden Muskeln reguliert. Testosteron spielt natürlich bei der Kraft und Größe der Muskulatur (auch der laryngalen) eine große Rolle. Es ist also nur folgerichtig, dass ein sinkender Testosteronspiegel eine Schwächung der Stimme herbeiführt.


Testosteronersatztherapie – Wenn Steroide konsumieren angebracht ist!


Das Resultat ist die typische, kraftlose Altmännerstimme, die durch tonale Abnormalitäten charakterisiert ist, wie beispielsweise ein Scheppern, Krächzen und plötzliches Ausbrechen in höhere Tonlagen. Die Altfrauenstimme ist ebenfalls schwächer, rauer und leidet an den gleichen tonalen Unregelmäßigkeiten. Um dir die generische Altmänner- und Altfrauenstimme zu vergegenwärtigen, musst du einfach nur an Grandpa Simpson oder Marge Simpson denken.

Alles in allem ist der Effekt so prägnant, dass man als Person mit normalem Hörvermögen schon am Telefon erkennen kann, ob man es mit einer alten Frau oder einem alten Mann zu tun hat.

Kein Grund, den Gesangsverein zu verlassen

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Männer und Frauen mittleren Alters mit normalen Testosteronwerten, gefördert durch eine gute Genetik, eine gesunde Lebensweise oder auch eine Testosteronersatztherapie, ihre jugendliche Stimme nicht einbüßen. Sie hören sich weiterhin wie junge Menschen an, ganz gleich, wie hoch ihr biologisches Alter ist.

Genauso können auch ältere oder alte Menschen durch eine Testosteronersatztherapie ihre jugendliche Stimme wiedererlangen. Es scheint nie zu spät zu sein. Natürlich ist es den meisten älteren Menschen nicht so wichtig, wie jung ihre Stimmen klingen, sofern sie nicht einem Beruf im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, in der Werbung oder im Verkauf nachgehen, in denen sie ihr Publikum durch das gesprochene Wort und dessen wirkungsvolle stimmliche Übertragung beeindrucken und überzeugen müssen. Aber dennoch ist eine junge Stimme Ausdruck von Vitalität und Gesundheit, die oftmals durch die Sicherstellung eines gesunden Testosteronlevels erreicht werden kann.


Primärquelle: www.t-nation.com/living/tip-your-ears-can-detect-low-testosterone

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