Hadi Choopan setzt in Las Vegas alles auf eine Karte! - Gannikus.de

Mr. Olympia 2019: Hadi Choopan setzt in Las Vegas alles auf eine Karte!

Der Fakt, dass es Hadi Choopan tatsächlich geschafft hat, in die USA einzureisen, verblüfft die Bodybuilding-Welt weiterhin. Trotz gesicherter Qualifikation war es ihm nämlich in den letzten beiden Jahren nicht möglich, beim Mr. Olympia an den Start zu gehen. Schlichtweg deshalb, weil die Behörden ihm wegen seiner Herkunft das Visum verweigerten. Mittlerweile hat sich aber zumindest die erste Euphorie wieder gelegt. Insbesondere im Team des "persischen Wolfs" gilt es natürlich in diesen Tagen einen kühlen Kopf zu bewahren und unter Berücksichtigung aller Eventualitäten zu entscheiden, welches die vermeintlich beste Marschroute sein könnte.

Was Hadi Choopan seit der Landung auf amerikanischem Boden am meisten umgetrieben haben dürfte, ist die Wahl der Klasse, in der er in wenigen Tagen antreten wird. Der gebürtige Iraner hat in diesem Zusammenhang einen Luxus, den unseres Wissens nach noch niemand zuvor hatte. Mit einem Triumph beim Asian Grand Prix 2018 veranschaulichte der von Hany Rambod vorbereitete Bodybuilder, dass er einer der beeindruckendsten Athleten in der 212 Division ist. Damit war ihm auch gleichzeitig die Qualifikation für den Mr. Olympia 2019 sicher, allerdings eben ausschließlich in der Klasse bis 96 Kilogramm Körpergewicht.

Obwohl die Einreise in die USA im Juli dieses Jahres noch immer in weiter Ferne lag, entschloss sich Hadi Choopan dennoch dazu, die Vancouver Pro mitzunehmen und dabei eben auch in der offenen Klasse sein Glück zu versuchen – mit Erfolg. In der kanadischen Metropole war das Teilnehmerfeld zwar nicht das hochkarätigste, doch nichtsdestotrotz muss man sich als eigentlicher 212 Athlet im Line-up erst einmal so präsentieren, wie es der iranische IFBB Pro tat. Den Sieg über Athleten wie Nathan De Asha, Lukas Osladil und Iain Valliere hatte jedenfalls niemand so wirklich kommen sehen.

Am Ende führten die beiden Goldmedaillen aus Vancouver und Seoul dazu, dass Hadi Choopan beim Mr. Olympia 2019 also sowohl in der offenen Klasse als auch in der 212 Division starten könnte. Da ein Antreten in zwei Kategorien nicht möglich ist, musste früher oder später Entscheidung her, die nun am vergangenen Wochenende und unmittelbar vor Tag X gefällt wurde.

Gemeinsam mit seinem Coach Hany Rambod, der in der Endkonsequenz seinem Schützling das letzte Wort überließ, hat Hadi Choopan den Entschluss gefasst, sich in der offenen Klasse beweisen zu wollen. Dementsprechend werden wir den Mann aus dem Mittleren Osten bei seinem allerersten Wettkampf in den USA direkt um die Sandow kämpfen sehen, was definitiv eine Besonderheit darstellt.

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Ungeachtet der Tatsache, dass er in der 212 Division eine sehr große Chance auf den Sieg gehabt hätte, wählt Hadi Choopan schlussendlich den in Bezug auf die Konkurrenz schwereren Weg. Zugegeben, aufgrund des Ausfalls von Phil Heath, Shawn Rhoden und Big Ramy ist die offene Klasse im wahrsten Sinne des Wortes so offen wie nie, doch an Mitstreitern wie Brandon Curry, Roelly Winklaar und William Bonac muss man trotzdem erst einmal vorbeiziehen.

Unter dem Strich wird wohl auch das Preisgeld eine Rolle dabei gespielt haben, dass Hadi Choopan sich lieber mit den "schweren Jungs" messen möchte. Orientiert man sich an den Siegprämien, die beim Mr. Olympia 2018 ausgeschüttet wurden, so würde ein fünfter Platz in der offenen Klasse ausreichen, um noch immer 5000 US-Dollar mehr mit nach Hause zu nehmen als der Champion der 212 Division. Auch der "persische Wolf" selbst wird diesbezüglich wissen, dass die Top 5 nach objektiven Bewertungskriterien für ihn durchaus erreichbar ist.