Dealende Bodybuilderin wegen Adoniskomplex auf freiem Fuß!? - Gannikus.de

Dealende Bodybuilderin wegen Adoniskomplex auf freiem Fuß!?

Neben vielen positiven Seiten bringt das Bodybuilding mit all seinen Facetten auch Begleiterscheinungen mit sich, die in manchen Fällen kritisch enden können. Natürlich arbeitet man durch das Training mit schweren Gewichten an seiner Optik, verbessert die körperliche Gesundheit durch eine ausgewogene Ernährung und entwickelt mentale Stärke und Disziplin, die man sonst wohl so in keinem Sport erlangt. Der Grat zwischen einer ausreichend großen Aufopferung und der Entwicklung eines gestörten Selbstbilds ist aber schmal. Leidenschaftliche Athleten sind dafür bekannt, ihren Körper verzerrt wahrzunehmen und in einigen Fällen sogar Verhaltensstörungen zu entwickeln. Die kritische Beurteilung des eigenen Körpers ist im Bodybuilding gang und gäbe.

Jeder, der länger in der Bodybuilding- und Fitnesswelt aktiv ist, sich dem Krafttraining verschrieben hat und alles dafür macht, um sein körperliches Idealbild zu erreichen, wird die Situation kennen.

Während andere Mitmenschen erstaunt über die Fortschritte sind, die man gemacht hat, ist man selbst beim Blick in den Spiegel unzufrieden. Der im Volksmund genannte Adoniskomplex findet sich nicht nur bei Profisportlern wieder, sondern hat selbst mit ambitionierten Hobbysportlern kein Erbarmen.

Oft wird in Internetforen oder im Studio darüber hinweggesehen, weil Gleichgesinnte die Erfahrung ebenfalls machen und die Gefahr übersehen wird. Trotzdem liegt hier eine ernstzunehmende Krankheit vor, die man nicht unterschätzen sollte.

Im Allgemeinen sind Krankheiten immer negativ zu bewerten. Dass man aber auch von einem Übel profitieren kann, zeigt ein aktueller Gerichtsbeschluss aus Großbritannien.

Dealende Polizeibeamtin

Eine Polizeibeamtin vertritt das Gesetz und handelt in ihrem Beruf so, dass Regeln eingehalten und illegale Machenschaften im Keim erstickt werden… sollte man zumindest meinen. Dass das nicht immer der Fall ist, beweist Ceri Ann Parry.

Eigentlich Beamtin der britischen Transportpolizei und Angestellte bei der Londoner Polizei, entscheidet sich die 36-Jährige entgegen ihrer Berufung dazu, heimlich Partydrogen zu verkaufen. Als leidenschaftliche Bodybuilderin findet sie ihren Kundenstamm im Fitnessstudio.

Ihr zweites Standbein bleibt so lange unerkannt, bis sie im Jahr 2016 bei einer Verkehrskontrolle angehalten wird. Dort findet man neben einem Wegwerfhandy auch eine geringe Menge Mephedron.

Die Beamten trauen dem Braten nicht und begleiten Ceri zum Haus ihrer Schwester, wo sie in einer Gartenlaube einen verdächtigen Safe finden. Der Inhalt des Safes soll das Schicksal von Ceri zunächst besiegeln. Insgesamt 750 Gramm Mephedron-Derivate im Wert von 7000 Euro werden sichergestellt.

In ihrem Studio verkaufte die Polizistin Partydrogen.

Die Anklage

Durch den Fund der Beamten wird eine Anklage wegen unerlaubtem Besitz von Drogen der Klasse B erhoben.

Gelten Drogen der Klasse A – beispielsweise Heroin – als höchst gefährlich und Substanzen der Klasse C – beispielsweise Cannabis – als weniger kritisch, bewegt sich der Besitz und Handel des Mephedron dazwischen.

Als normaldenkender Mensch würde man vermuten, dass hier eine lange Haftstrafe auf die 36-Jährige wartet. Das sehen die Richter etwas anders. Am Ende der Gerichtsverhandlung wird Ceri Ann Parry zu 18 Monaten auf Bewährung und 300 Stunden sozialer Arbeit verurteilt. Zusätzlich wird sie zwei Jahre vom Dienst suspendiert. Aber wie kann es sein, dass die Strafe so mild ausfällt?

Dysmorphophobie als Beweggrund

Beim Urteil berücksichtigt der Richter die Vergangenheit der Polizistin. Früher übergewichtig, wurde sie von ihrem ehemaligen Freund psychisch tyrannisiert, sodass sie eine gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers entwickelte.

Diese Dysmorphophobie genügte dem Richter, um zu behaupten, dass ihre Karriere als Drogendealerin nur eine Möglichkeit war, ihr Image von einer tätowierten und starken Frau zu bewahren.

So kommt es dazu, dass die 36-Jährige durch ihre Krankheit einer langjährigen Haftstrafe entgeht und ein mehr als befriedigendes Urteil erhält.

Der Adoniskomplex, in Fachkreisen auch Dysmorphophobie genannt, ist ein Thema, das jeden ambitionierten Bodybuilder beschäftigt. Wird er oft nur belächelt, stellt er eigentlich eine ernstzunehmende Krankheit dar. Im Fall der 36-Jährigen Polizistin Ceri Ann Parry hat er aber dafür gesorgt, dass sie einer Haftstrafe entgehen konnte. Der Richter sah in ihrem kriminellen Handeln nur einen Weg, der Krankheit zu entfliehen und entschied sie auf freien Fuß zu setzen.

2 Reaktionen zu “Dealende Bodybuilderin wegen Adoniskomplex auf freiem Fuß!?
Was denkst du hierüber?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wusstest du schon? Gannikus gibt es auch auf Englisch.
Möchtest du Gannikus weiterhin in der deutschen Version nutzen oder die internationale Seite durchstöbern?
auf gannikus.de bleiben weiter zu gannikus.com